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Volker Braun Der Schlamm
Am Montag früh fuhr ich mit dem Bus nach Norden. Die Sonne warm auf den Feldern, der Himmel hell, leuchtend, der Asphalt blank in das Land hin, das alles ging mich nichts an.
Die Felder wurden größer, Dörfer, Fabriken im Rauch. Die Menschen strömten über den Rand der Siedlungen, die Landschaft beulte sich aus wie von vielen Schritten, die alten niedrigen Wälder hatten an den Stämmen Ziegeltöpfe, in die das Harz floß: die Wälder bluteten aus, sie waren gezeichnet von ihrem Ende, das Land war nur ein Entwurf gewesen, die ganze verstaubte Oberfläche; die Tagebaue würden über die Fernstraße weg und die Städte weg ihre Strossen ausschwenken. Ich war völlig leer, gleichgültig; ich sah alles an wie eine fremde, unbekannte Gegend.
An einem Wohnlager stieg ich aus, rostrot gestrichene Baracken in geraden Reihen, Sandwege, Kiefern zwischen den Baracken, Radiomusik. Ich meldete mich an als Arbeitssuchender, sie nahmen hier jeden, wußte ich, mich auch. „Größter Bauplatz des Kontinents."
Ich wurde einer Tiefbaubrigade zugeteilt, die Betonrohre legte, am zweiten Tag war es schon ein gewohntes Bild: Lübben stand fluchend auf dem Betonrohr, er war der Stärkste und zog die Kette des Flaschenzugs, der über ihm im Dreibock hing. Er schwitzte und fluchte, zog, wischte sich mit dem Schutzhandschuh die Brühe von der
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