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Isobel
Er hatte ihr den Rücken zugewandt, stand am Fenster, eingerahmt von den verschossenen Vorhängen, die sie vor vierzig Jahren ausgesucht hatte. Die Sonne hatte die leuchtenden Rosen zu einem blassen Rosa ausgebleicht, und der Stoff war so fadenscheinig, daß man ihn nicht mehr reinigen lassen konnte, weil er sich sonst völlig aufgelöst hätte. Aber sie liebte die Vorhänge; sie waren ihr vertraut wie alte Freunde. Seit Jahren versuchte ihre Tochter Isobel, sie dazu zu überreden, daß sie neue kaufte, aber Tuppy hatte gesagt: «So lange wie ich werden sie noch halten», ohne sich viel dabei zu denken. «So lange wie ich werden sie noch halten.»
Und jetzt sah alles danach aus, daß es so kommen würde. Sie war siebenundsiebzig, und nachdem sie ein Leben lang immer kerngesund gewesen war, hatte sie zu spät und zu lange im Garten gearbeitet und sich eine Erkältung geholt, aus der eine Lungenentzündung geworden war. Sie erinnerte sich kaum an die Lungenentzündung — nur daran, daß der Arzt, als sie aus einem langen, dunklen Tunnel des Unbehagens wieder auftauchte, dreimal täglich kam und daß eine Krankenschwester da war, um Tuppy zu pflegen. Die Schwester, eine Witwe aus Fort William, hieß Mrs. McLeod. Sie war groß und hager, mit einem Gesicht wie ein verläßliches Pferd, und trug eine marineblaue Tracht mit einem gesteiften Schürzenlatz, unter dem ihre flache Brust wie ein Brett aussah, und Schuhe, die kein Ende nahmen. Trotz ihres wenig gewinnenden Äußeren war sie herzensgut.
Die Sache mit dem Tod war jetzt also keine ferne Möglichkeit mehr, über die man nicht nachdachte, sondern eine unbarmherzig näherrückende Tatsache.
Sie hatte nicht die geringste Angst davor, aber es kam unge-