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I. Kapitel
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Dienstag, der Dritte
I nfang Mai kam der Frühling endlich auch nach Schottland. Zu \ lange war der Winter geblieben, nicht bereit, den Griff seiner I I stählernen Finger zu lockern. Den ganzen April hindurch I 1 waren eisige Winde aus Nordwest gekommen und hatten die ersten Blüten von den Wildkirschenbäumen gerissen; die frühen Narzissen waren bräunhch von Frost. Schnee überzuckerte die Gipfel der Berge und lag noch hoch in den kleinen Talkesseln. Die Bauern, die dringend auf neues Viehfutter warteten, brachten mit dem Schlepper ihre letzten Vorräte auf die leeren Felder, wo sich die Rinder in den Schutz der Trockenmauern drängten.
Selbst die Wildgänse, die gewöhnlich schon Ende März fortflogen, heßen sich Zeit mit der Rückkehr zu ihren Nistplätzen in der Arktis. Erst gegen Mitte April waren ihre letzten Züge aufgebrochen und schreiend nordwärts geflogen.
Doch dann hatte das unbeständige KHma des schottischen Hochlands über Nacht ein Einsehen. Der Wind drehte nach Süden. Den Boden bedeckte sprießendes Grün, die wilden Kornelkirschbäume erholten sich und breiteten ihre Äste aus, die über und über mit einem Dunst schneeweißer Blütenblätter bedeckt waren. Mit einem Schlag hielt Farbenpracht Einzug in die Vorgärten: gelber Winterjasmin, lila Krokusse und das satte Blau von Traubenhyazinthen. Vögel sangen, und zum erstenmal seit dem vergangenen Herbst wärmte die Sonne wieder richtig.
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