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Das Werk dieses Meisters ist eine gewaltige Ode an die Freude. Diese Ode, die jeder große Künstler in jenen ganz leuchtenden Stunden seines Lebens anstimmt, diese Ode, die Dante als Krone seiner „göttlichen Komödie" über die goldenen Kreise des Paradieses schweben läßt, die Shakespeare in den bunten Formen der Märchenstücke seinem erschütternden und blutigen Theater einfügt, und die Beethoven auf seine stürmische und tragische Symphonie türmt, diese Ode singt er, Rubens, mit einer einzigen Heiterkeit und einzigen Kraft ein ganzes Leben lang. Dies ist sein Wunderbares. Nirgends ist vor ihm in der ganzen Geschichte der Kunst ein ähnlich wundervoller Triumph zu finden. Die hohen, die hellen Klänge waren im Chor der Irdischen niemals von Dauer. Sie klingen nur hell auf, um bald sich abzuschwächen und zu verwehen. Rubens aber läßt sie ohne Ermüdung ununterbrochen durch sein ganzes Werk klingen.
Diese seine Freude ist aber darum nicht monoton. Sie ist voll vielförmigen und wundervollen Lebens. Sie umfaßt in dem Netz ihres Gesanges auch allen Schmerz, mengt in ihren Überschwang alle Tränen und schluchzenden Aufschreie, sie wird zur ganzen irdischen Seele, so sehr sie auch immer die Freude bleibt.
Was besagt es, daß auf Golgatha der Heiland stirbt, daß die Jungfrau und Johannes dort ergriffene Zeugen seines