Bővebb ismertető
Zu den erregendsten Kapiteln ägyptischer Geschichte gehört die kurze Epoche von Tell-el-Amarna, die die Regierungsjahre Ame-nophis' IV. und den Beginn der Herrschaft des Tut-anch-Amun umfaßte, also nur zwei Jahrzehnte dauerte (etwa 1377-1358 v.u.Z.). Aus diesem Zeitabschnitt stammen sehr viele Funde, und die moderne Forschung hat sich mit dem Phänomen Amarna besonders intensiv beschäftigt. Dennoch läßt sich auf viele, vor allem historische Fragen noch immer keine sichere Antwort geben. Da die Ägypter ihnen bekannte und selbstverständliche Dinge nicht für aufschreibens- und beachtenswert gehalten haben, sind die ägyptischen Quellen für die Forschung zu einseitig. So wird verständlich, warum es unter den Ägyptologen zu bestimmten Problemen der Amarna-Periode keine einhellige Meinung gibt; man erkennt zwar an, daß dieser Zeitabschnitt einen Bruch im kontinuierlichen Ablauf der ägyptischen Geschichte darstellte, aber bei Einzelfragen stehen die Ansichten oftmals noch diametral gegeneinander. Das moderne Urteil, das sich vor allem an der Persönlichkeit des Königs und an den Werken der Kunst orientiert, reicht von emphatischer Begeisterung bis hin zu absoluter Verurteilung dieser Werke als Ausdruck von Dekadenz und Verfall. Ganz anders beurteilten jene Epoche gewiß die Zeitgenossen, die unter dem Eindruck unmittelbaren Geschehens standen und die das Werk ihres Königs rasch wachsen und ebenso rasch vergehen sahen. Da sich manches negativ auf ihren Lebenslauf, vor allem aber einschneidend auf ihre Glaubensvorstellungen auswirkte, verhielten sich viele zu den Bestrebungen des Königs zurückhaltend oder gar feindlich.
Bei der Thronbesteigung Amenophis' III. (um 1405 v. u. Z.) fand der junge Pharao ein festgefügtes Reich vor, das zu jener Zeit im Mittelmeerraum die wichtigste Rolle spielte. Seine südliche Grenze lag tief im Sudan jenseits des vierten Nilkataraktes, im Nordosten sorgten ägyptische Truppen in Syrien und Palästina für die Gefolgstreue der dortigen Kleinkönige und Vasallenfürsten und für einen nie endenden Strom von Tributen. Durch ihn hatte das Land am Nil einen bisher nicht gekannten Reichtum erlangt, an dem die Priesterschaften der verschiedenen Göt-
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