Bővebb ismertető
Jedes für eine Kunstepoche bezeichnende "Werk ist ebenso sehr eine Episode in ihrem Ablauf wie ihr Zeuge. Aber es gibt auch andere Werke, die in einem solchen Ausmaß »außerhalb« zu stehen scheinen, daß man sie fast als Fremdkörper empfindet. Sie beherrschen die Epoche von einem Höhepunkt aus. Die Gegenwart, von der sie nichts wissen, und die Zukunft, die sie ankündigen, sind beide für sie indifferent. Dennoch sind sie ein Bindeglied, weil sie gleichzeitig dem verhaftet sind, was noch nicht ist und erst mit ihnen beginnt, wie auch dem anderen, das zu Ende geht. Das Werk von Kandinsky erscheint in einem Augenblick, wo es nicht mehr zu vermeiden war. Zwar war es in seiner Entwicklung und den Folgerungen, die es erzwang, nicht vorauszusehen. Im Anfang stand es den zeitgenössischen Tendenzen sehr nahe, am Ende findet es längst vergessene urferne Formen wieder, die jetzt völlig ungewöhnlich sind. Dieser zeitliche Abstand macht das Werk einer absoluten Neuschöpfung gleich.
Es gehört zum Schicksal dieses Malers, daß er in dem gleichen Maße, in dem er sich von seinen Anfängen entfernte, dem Wesen der Kunst näherkam, von dem er im Anfang getrennt zu sein schien. Das gleicht einer Flugbahn, deren Ziel der Ausgangspunkt ist. Die Antriebskraft des Fluges ist die ständige Inspiration. Moskau, seine Geburtsstadt, bleibt das Mutter-Bild, seine nie versiegende Quelle farbiger Träume, das verborgene Thema, das bis zum letzten Lebenstag seine Schöpfung erleuchtet. Die Stadt ist für ihn wie ein Feuerbrand, wie eine abstrakte Ikone vor dem Hintergrund einer endlosen Ebene. Mit ihrem Dunst steigen die Mythen des Ostens zum Himmel, während die Stadt selbst in