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Der Junge merkte nicht, daß er jetzt an der Reihe war. Er starrte auf die Fliesen des Ganges, der das Seitenschiff vom Mittelschiff trennte: rot waren sie und weiß, waben= förmig, die roten waren weiß, die weißen rot gesprenkelt; schon konnte er die weißen nicht mehr von den roten un= terscheiden, die Platten verschmolzen ineinander, und die dunkle Spur der Zementfugen war verwischt, der Boden schwamm vor seinem Blick wie ein Kiesweg aus roten und weißen Splittern; Rot stach, Weiß stach, wie ein schmutzi= ges Netz lagen die Fugen unklar darüber. »Du bist an der Reihe«, flüsterte eine junge Frau neben ihm, er schüttelte den Kopf, wies vage mit dem Daumen auf den Beichtstuhl, und die Frau ging an ihm vorüber; für einen Augenblick wurde der Lavendelgeruch stärker; dann hörte er das Murmeln, das schabende Geräusch ihrer Schuhe an der Holzstufe, auf der sie kniete. Sünden, dachte er, Tod, Sünden; und die Heftigkeit, mit der er die Frau plötzlich begehrte, quälte ihn; er hatte nicht einmal ihr Gesicht gesehen; sanfter Lavendelgeruch, eine junge Stimme, das leichte und doch so harte Geräusch ihrer hohen Absätze, als sie die vier Schritte bis zum Beichtstuhl