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ERSTER TEIL
DIE MENSCHEN
B. G. CHANG
Chang war auf einem Boote geboren, in der Nacht kam er zur Welt, der Fluß leckte mit kleinen Tönen gegen die Planken, die Mutter löste ihn mit einem rostigen Messer von sich los. Am Morgen war sie tot. Er hatte keinen Vater, das Boot war Haus und Wohnung für viele Menschen seiner Familie und ihre Kinder. Mit den Augen, die an seinen Bug gemalt waren, suchte es seinen Weg. Eine Matte über den gerundeten Bambusspreizen war ihr Dach. Seine Schwester, sieben Jahre älter als er, ging in das reiche Dorf, bei dem sie ankerten, und bat um Bohnen für das mutterlose Kind; daraus preßte sie eine dünne Milch, die er hungrig von ihren Fingerspitzen saugte. So blieb er am Leben. Er lag in Fetzen eingehüllt am Boden des Bootes, der Fluß strömte lebendig unter den Brettern. Er sah seine Schwester, vorgebeugt stemmte sie sich an das Ruder und trieb das Boot voran. Die Adern traten hervor an ihren kleinen Armen. Wenn er weinte, nahm sie ihn auf, band ihn auf ihrem Rücken fest und arbeitete weiter am schweren Ruder. Vor und zurück, vor und zurück. Der Takt schläferte ihn ein. Da keine Eltern da waren, ihm einen guten Namen zu wählen, wurde er achtlos Ah Tai genannt, ein Großer. Seiner Schwester blieb er zugetan sein ganzes Leben, obwohl sie nur ein Mädchen war. Der Fluß war ihm Vater und Lehrer. Er wurde groß und stark und stieß seine älteren Vettern beiseite oder warf sie ins Wasser. Sie lachten über ihn. Immer hatte er Hunger, und was er dachte, bezog sich meist aufs Essen. Manchmal lag das Boot still und untätig in einer Ausbuchtung des Flusses unterhalb eines Dorfes. Dann wurde das Essen knapp imd verschwand zuletzt ganz. Chang träumte von Nudeln, von Brot und heißem Kohl. Er stahl Knoblauch aus einem kleinen Acker und kaute auf einem Stück Holz herum, als wäre es Brot. Hatten sie eine Ladung, die sie von flußabwärts brachten, dann kamen gute Zeiten. Manchmal waren Hühner im Käfig oder ein junges Ferkel. Die Männer lachten und aßen, spielten Pai Ku um durchlöcherte, kleine Münzen, stritten sich, versöhnten sich, und die Lustigkeit nahm kein Ende. Die Frauen und Kinder bekamen, was übrigblieb. Das Glück des vollen Bauches kam selten zu Ah Tai. Trotzdem gedieh er. Der Fluß schwoll an nach den Sommerregen und überschwemmte die