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André Gide - Die Falschmünzer [antikvár]

Die Falschmünzer [antikvár]

André Gide

 
„Jetzt müßten eigentlich Sdiritte zu hören sein auf dem Korridor", sagte sich Bernard. Er hob den Kopf und lauschte. Doch nein: sein Vater und sein älterer Bruder hatten im Justizpalast zu tun; seine Mutter machte Besudie; die Schwester war in einem Konzert; und über dem Jüngsten, dem kleinen Calouh, schlössen sich die Pforten einer Pension, einen Tag wie den andern, wenn der Schulunterricht beendet war. Bernard Profitendieu war zu Hause geblieben, um für sein Baccalaureats-Examen zu ochsen; er hatte nur nodi drei Wochen Zeit...
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„Jetzt müßten eigentlich Sdiritte zu hören sein auf dem Korridor", sagte sich Bernard. Er hob den Kopf und lauschte. Doch nein: sein Vater und sein älterer Bruder hatten im Justizpalast zu tun; seine Mutter machte Besudie; die Schwester war in einem Konzert; und über dem Jüngsten, dem kleinen Calouh, schlössen sich die Pforten einer Pension, einen Tag wie den andern, wenn der Schulunterricht beendet war. Bernard Profitendieu war zu Hause geblieben, um für sein Baccalaureats-Examen zu ochsen; er hatte nur nodi drei Wochen Zeit dafür. Die Familie respektierte seine Einsamkeit; der Dämon nicht. Bernard hatte seine Jacke ausgezogen, aber er konnte kaum atmen. Durchs offene Fenster drang von der Straße her glühende Luft herein. Seine Stirn triefte. Ein Schweißtropfen rann ihm die Nase herab und fiel auf den Brief, den er in der Hand hielt: „Ganz wie eine Träne", murmelte Bernard. „Na, immer nodi besser zu sdiwitzen, als zu weinen!" Das Datum war entscheidend. Kein Zweifel möglich: es handelte sich um ihn selbst, um Bernard. Der Brief war an seine Mutter geriditet: ein Liebesbrief, vor siebzehn Jahren geschrieben und nicht unterzeidinet. „Was bedeutet dieser Anfangsbuchstabe? Ein V, das vielleidit audi ein N sein kann Soll ich Mama danach fragen? . Verlassen wir uns auf ihren Gesdimack! Dann kann idi mir einbilden, es sei ein Prinz gewesen. Was hätte idi von der Gewißheit, der Sohn eines Hochstaplers zu sein? Nicht wissen, wen man zum Vater hat: das Ist ein Mittel gegen die Eurdit, ihm ähnlidi zu sein. Alles Nachfragen verpflichtet. Entnehmen wir dem Fall nur eines: die Befreiung. Und gehen wir nicht weiter darauf ein. Für heute wenigstens genügt's mir." Bernard faltete das Blatt zusammen. Der Brief hatte dasselbe Format wie die zwölf andern des Bündels. Als Verschnürung diente ein rosa Seidenbänddien, dessen Knoten er gar nidit hatte zu lösen braudien und das er nun einfach über das Päckchen zu-rüdisdiob. Dann legte er das Briefbündel in die Schachtel zurück und diese in die Schublade des Tischchens. Die Schublade stand nidit offen: sie hatte ihr Geheimnis von oben her ausgeliefert. I. f ¦I . : ' .1',

Termékadatok

Cím: Die Falschmünzer [antikvár]
Szerző: André Gide
Kiadó: Deutsche Verlags-Anstalt
Kötés: Vászon
Méret: 130 mm x 210 mm
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