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UNSTERBLICHE HEITERKEITDas Nachleben eines Schriftstellers wird so sehr von dem Nachlaß bestimmt, der sich in seinen Schubladen findet, daß der lebendige Gestalter, der ihn einst verfaßte, oft in den Hintergrund tritt. Christian Morgenstern aber war als Persönlichkeit jeden Augenblick wieder da, in welchem man Briefe von ihm las oder einem Bericht folgte, der seine letzten Lebensjahre skizzierte. Wie sinnvoll zum Beispiel, daß er im Frühling 1914 starb, als über Europa noch Friedenshimmel und Friedenswolken sich blau und weiß ausspannten, so blauweiß wie die bayrischen Landesfarben über dem Münchener Vorort Nymphenburg, in dem unser Dichter sich beheimatet hatte und dessen Schloß und Park mit den Wittelsbachern organisch verbunden war; jener entzückende Park mit seinen Teichen und Kanälen, seinen Fischen und Statuen, der uns Studenten - auf seinen Bänken lesend - das Glück unserer Jugend vollendete.Nun kommt uns ein Bändchen in die Hand, aus Material, das von den eigentlichen Morgensternschen Gedichtsammlungen angestrahlt ist, wenn auch nur wie eine leichte Erinnerung an Galgenlieder und Palmström, Korff und Palma Kunkel. Wer wie wir in unserer Jugend von den Spaßgedichten und tiefsinnigen Einfällen dieses Christian Morgenstern begeistert war, wird hier einen Nachhall seiner einstigen Jugendfreuden wiederfinden -danken wir dem Eulenspiegel Verlag für diesen erfrischenden Trank! Wer Parodien literarischer Erscheinungen liebt, erhält solche meisterhaft geglückt auf Gabriele d'Annunzio, auf den Berliner Naturalismus von 1890, auf das Ibsensche Familiendrama. Auch vortreffliche Prosaspäße finden sich hier: Der Ziffer Rache" oder Der Spielgeist" oder jenes merkwürdige Vermächtnis",