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VORWORT
Mit diesem Band V veröffentlichen wir den letzten Band von Mysterium Salutis. 1959 fanden die ersten Besprechungen zur Planung des Werkes statt. 1965 konnte nach einer schwierigen Anlaufszeit der erste Band erscheinen. Im Laufe von elf Jahren sind - die Teilbände eingerechnet - sieben Bände dieses Werkes erschienen. Bei der Planung des Werkes dachten Verlag und Herausgeber gewiß nicht daran, daß die Veröffentlichung dieser heilsgeschichtlichen Dogmatik ein so mühsames und zeitraubendes Unternehmen würde, und auch die Subskribenten des ersten Bandes haben sich kaum darauf eingestellt, daß sich das Erscheinen des Werkes über mehr als zehn Jahre hinziehen würde. Gemessen an Zahl und Umfang der Bände wird dieser Zeitraum aber zumindest im Rückblick doch wieder relativiert.
Gewichtiger ist der Umstand, daß die Veröffentlichung dieser Dogmatik, die das gemeinsame Werk vieler Mitarbeiter ist, in eine Zeit des Umbruchs im Leben der Kirche und in der katholischen Theologie gefallen ist, die bei der Planung des Werkes noch nicht vorauszusehen war. Der Werkplan wurde noch vor dem Konzil ausgearbeitet, die Kapitel des ersten Bandes wurden während der Konzilszeit redigiert, die Veröffentlichung der folgenden Bände fiel in die nachkonziliare Zeit.
Wie immer man die Entwicklung der katholischen Theologie in den letzten fünf Jahren beurteilen mag, so dürfte eines unbestritten sein, daß das Erscheinen eines von vielen Mitarbeitern getragenen Gesamtentwurfes einer dogmatischen Theologie in dieser Zeit zu einem äußerst schwierigen Unterfangen wurde. Man wird aber auch hier die Kehrseite sehen müssen: Der Versuch eines solchen Unternehmens hatte wohl gerade in dieser Zeit des Umbruchs und des Auseinanderstrebens theologischer Richtungen auch in der katholischen Theologie eine erhöhte Bedeutung, zumal wenn man die zahlreichen Übersetzungen miteinbezieht, die das Werk erfahren hat.
Eine kritische Würdigung des Gesamtwerkes ist nicht in erster Linie Sache der Herausgeber und schon gar nicht etwas, was in einem Vorwort erledigt werden kann oder soll. Es ist uns bewußt, daß der heilsgeschichtliche Aspekt in dieser Dogmatik nicht in allen Teilen gleich konsequent durchgeführt wurde. Auch geben wir uns Rechenschaft darüber, daß der Begriff der Heilsgeschichte seit dem Konzil in verschiedener Hinsicht einer Kritik unterzogen wurde. Trotzdem glauben wir, daß der Gedanke der Heilsgeschichte für die Ausarbeitung dieser Dogmatik sich als fruchtbar erwiesen hat, zumal wenn man bedenkt, daß das Christusgeschehen die Heilsgeschichte schlechthin ist. Daß bei einer Neukonzeption eines solchen Werkes Aufbau und Durchführung erheblich anders ausfallen würden, ist nicht ausgeschlossen.