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Vorwort
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Nichts scheint er mehr dem Zufall zu überlassen. Blickkontakt ist wichtig, »wenn der Saal unruhig wird«. Doch das ist sein geringstes Problem. Seit er im Rollstuhl sitzt, muß er sich immer wieder fragen: »Wie kriege ich das in den Griff?«
Nach dem Attentat ist Wolfgang Schäuble anders geworden: reifer, ernster, menschlicher, nachdenklicher. Früher galt er als Besserwisser, als Rechthaber. Als Chef des Kanzleramtes spielte er die erste Geige. Heute wirkt er verständnisvoller, ansprechbarer, diskussionsbereiter. Natürlich war er das auch, bevor ein Geisteskranker auf ihn schoß. Und doch war es anders, weil er anders war: ungebrochen in seinem Machtverständnis, unbeirrbar in seinen Ansichten, ungehalten, wenn seine Pläne durchkreuzt wurden. Seit er im Rollstuhl jene erlebt, die physisch anders sind - stets einen Kopf größer -, durchlebt er seinen Alltag bewußter. Aber alles in ihm drängt darauf hin, wieder der alte zu werden: ungeduldig, elitär.
Seine Wahl zum CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Ende 1991 ließ ihn die eigene Herausforderung erst richtig begreifen. Kämpfen wollte er, angreifen und Angriffe parieren, seinem Kanzler den Rücken freihalten: loyal, mit Umsicht und Schärfe. Nicht als Büttel des Kanzlers und seiner Regierung, sondern als Chef eines eigenständigen Machtbereiches - die Fraktion als Korrektiv. Wolfgang Schäuble will Form und Inhalt der Regierungspolitik mitbestimmen, mittragen.
Schäuble ist vom dritten Wirbel an abwärts gelähmt. Er wird zeitlebens an den Rollstuhl gefesselt sein. Doch dieser Behinderte gibt dem Bonner Alltag eine glaubwürdige und menschliche Komponente zurück. Er läßt den kalten parlamentarischen Zynismus vergessen, hier und dort sogar die entstandenen Glaubwürdigkeitsdefizite. Mit
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