Bővebb ismertető
Nicht für die Ewigkeit geschrieben. Viele meiner Leser beklagen, daß ich meine Kraft vergeude beim Schreiben von Tagebüchern. Bisweilen denke ich selbst, ich sollte den Rest meines Lebens darauf verwenden, meine »eigentliche« Arbeit zu tun: Erzählungen schreiben und Romane und auch Stücke. Ich habe viele Einfälle im Kopf, einige tragende Entwürfe sogar schon auf dem Papier, von einem Roman habe ich bereits siebzig Seiten geschrieben. Warum mache ich denn die Zeit nehmende Arbeit des Tagebuchschreibens? Weil auch dies zu meiner »eigentlichen« Arbeit gehört. Weil es eine Art ist, mit Menschen zu sprechen und zu leben. Weil ich in der Tagebuchform unmittelbar mit ihnen kommunizieren kann. Weil die Leser gerade der Tagebücher mir in Tausenden von Briefen sagen, was sie denken über das, was ich denke. Weil ich aus ihren Briefen erfahre, wie man heute lebt als Student, als Strafgefangener, als Hausfrau, als Bundestagsabgeordneter, als Fließbandarbeiterin, als Bundeswehrsoldat, als Schüler, als Theologe, als DDR-Bürger, kurzum: als Mensch von heute. Kommunikation, das ist mein Leben. Was kümmerts mich, was später aus meinen Büchern wird, ob noch einer sie liest, falls noch einer lebt. Auf Ruhm und Nachruhm pfeife ich. Hier und jetzt will ich leben und gelesen werden. Hier und jetzt will ich mich verschwenden. Ich werfe mit meinen Einfällen um mich, ich verstreue sie auf dem Marktplatz. Was wert ist, gefunden zu werden, wird gefunden werden. Was keiner brauchen kann, das wird der Zeitenwind verwehen.
Bolivien. Warum eigentlich habe ich diese Einladung angenommen? Ein fremder Leser, Deutscher, ehemals Geschäftsmann in La Paz, der mich zwei Jahre lang beharrlich einlud. Jetzt sitze ich da in einem Luxus-Bungalow. Noch