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VORWORT
Die Frage nach der rechten Tauflehre und -praxis wird heute von vielen Gemeindegliedern gestellt. Sie sind beunruhigt darüber, daß nicht wenige Eltern für ihre Kinder zwar noch die Taufe begehren, ihnen aber dann oft die christliche Erziehung trotz ihres Versprechens bei der Tauffeier vorenthalten. Aber ebenso erschreckt es sie, daß einige bewußt christliche Eltern die Taufe ihrer Kinder bis zu deren eigener Entscheidung aufschieben. Die bisher übliche Sitte und Lebensordnung der Landeskirchen droht dadurch ins Wanken zu geraten. Deshalb haben sich auch schon einige Synoden mit diesem Thema befaßt. Das Gespräch war bisher nur leider mehr vom Gefühl als von Sachkenntnis bestimmt. Die Synode der Evangelischen Kirche in Ber-lin-Brandenburg hat darum ihren ständigen Theologischen Ausschuß damit beauftragt, in Gemeindebriefen die in unserer Kirche gültige Tauflehre und -praxis und die davon abweichenden Standpunkte und ihre Begründung darzulegen. Diese Briefe sind zunächst in der „Potsdamer Kirche" veröffentlicht worden. Sie sollen jetzt durch den vorliegenden Band einem weiteren Leserkreis zugänglich gemacht werden. Es geht in ihnen nicht um den Versuch einer Beeinflussung der Gemeindeglieder, sondern um Vermittlung von Kenntnissen, die für eine richtige Entscheidung in der Tauffrage unerläßlich sind.
Brandenburg (H), im März 196g
Gottfried Forck