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PROLOG
22. November 1988
Eine einsame Gestalt bog um die Ecke der 87. Straße und betrat die dunkle, stille und leere Park Avenue. Die Frau trug einen beigen Regenmantel und führte einen winzigen Hund an der Leine. Sie zögerte einen Moment, dann eilte sie mit kurzen Schritten weiter durch die einsame Nacht.
Um 3 Uhr 15 nachts wirkt die Park Avenue ebenso ruhig wie abweisend. Hohe, schmale Gebäude aus Ziegelstein und Granit, geschwärzt von Jahrzehnten des Verfalls und der Umweltverschmutzung, stehen in einer endlosen Prozession dicht aneinandergepreßt und weisen im Norden auf das fremdartige und feindselige Gebiet von Spanish Hadem.
Nach Süden zu erstrecken sich die düsteren alten Gebäude in einer gesetzten Formation bis in das Bankenviertel von Manhattan, wobei sie sich schrittweise mit immer höheren Türmen aus Glas, Stahl und Beton vermischen.
Auf der eleganten oberen East Side jedoch ist die Park Avenue eine breite, von Bäumen gesäumte Enklave diskreten Reichtums, eine alterslose Bastion der feinen Lebensart. Ihre fleckigen, aber irgendwie doch anmutigen alten Häuser aus braunem Sandstein, urtverändert seit den zwanziger Jahren, beherbergen schicke Kunstgalerien und Restaurants, und die hochglanzpolierten Messingschilder weisen auf die von den Reichen frequentierten Arztpraxen hin. In den Gebäuden sind oberhalb dieser kleinen Unternehmen die Heimstätten und Zufluchtsorte der Privilegierten verborgen. In der Sicherheit und Abgeschiedenheit der oberen Etagen dieser alten Forts liegen die Millio-nen-Dollar-Apartments und -Eigentumswohnungen von Bankern, Anwälten, Börsenmaklern, Ärzten und Unternehrhens-leitem.