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Marion Marquardt - Weimar [antikvár]
 
Kleine Reise durch fünf Jahrhunderte deutscher Geschichte Weimar entdecken Die Erlcundung einer Stadt gleiciit in vielem einer archäologischen Expedition: Die Spuren lebendiger Geschichte sind in Bauwerken, Anlagen, Denkmälern und Kunstwerken erhalten geblieben, die sich wie Sedimente neben- und übereinander lagerten und im Lauf der Zeit zu einer charakteristischen Einheit verschmolzen, deren besondere Originalität gerade aus ihren Gegensätzen erwächst. - So ist es auch im Falle Weimars. Über diese kleine thüringische...
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Kleine Reise durch fünf Jahrhunderte deutscher Geschichte Weimar entdecken Die Erlcundung einer Stadt gleiciit in vielem einer archäologischen Expedition: Die Spuren lebendiger Geschichte sind in Bauwerken, Anlagen, Denkmälern und Kunstwerken erhalten geblieben, die sich wie Sedimente neben- und übereinander lagerten und im Lauf der Zeit zu einer charakteristischen Einheit verschmolzen, deren besondere Originalität gerade aus ihren Gegensätzen erwächst. - So ist es auch im Falle Weimars. Über diese kleine thüringische Residenzstadt gingen Reformation, Barockzeit, Weimarer Klassik, spätromantische Musikkultur und Gründerjahre, Weimarer Republik und Kapp-Putsch, die Diktatur des Dritten Reichs und Nachkriegszeit hinweg. Die Spuren all dessen stehen in merkwrürdiger Nachbarschaft nebeneinander, bilden oft schroffe Gegensätze, die aber eben das Charakteristische und Unverwechselbare Weimars ausmachen. Man stößt hier ebenso auf die winklige Enge mittelalterlicher Stadtarchitektur wie auf die prunkvolle Monumentalität des von Schloßbauten umgebenen Reiterstandbildes des Landesfürsten Carl August — und in unmittelbarer Nähe dessen auf die raffinierte Naturidylle eines englischen Landschaftsgartens. Das repräsentative Gebäude des Deutschen Nationaltheaters mit dem idealisierten Doppelstandbild der deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller will so gar nicht zu den bescheidenen, eher bürgerlichen Lebensverhältnissen des Weimarer Hofes im 18. Jahrhundert passen, wie sie etwa die familiär anmutenden Räumlichkeiten des gegenüberliegenden Wittumspalais zeigen. Zwischen all dem überraschen malerische Winkel mit zauberhaften Brunnen, bucklig gepflasterte Straßen und Plätze und weinlaubbewachsene Fassaden, die jedoch oft nur noch mühsam dem Verfall standhalten. Und es fehlt natürlich auch in Weimar nicht die Tristesse ergrauter Häuserfassaden, deren Architektur Zeugnis von der Industrialisierung der Gründerzeit ablegt, die um das Ideine Provinzstädtchen keinen Bogen machte. Doch immerhin - von den in anderen Städten oftmals anzutreffenden Bausünden der Nachkriegszeit blieb das historisch gewachsene Stadtbild weitgehend verschont. Der nach Weimar Reisende kann sein Interesse natürlich sogleich auf die Stätten der deutschen Klassik lenken, die allein schon eine Reise wert sind und viel Zeit und Muße in Anspruch nehmen. Er kann sich aber auch von der weit darüber hinaus reichenden Geschichte selbst leiten lassen und so Schicht um Schicht abtragen, bis er auf die ersten Zeugnisse der Weimarer Kulturtradition stößt, welche in ihren bedeutendsten Perioden auf das engste mit der deutschen wie der gesamteuropäischen Kulturgeschichte verwoben ist. Ein Provinzstädtchen wird zur Residenz Die erste der in Weimar bewahrten historischen «Tiefenschichten» bildet die Reformationszeit. In ihr entstand das eigentliche Herzogtum Sachsen-Weimar. Durch den Schmalkaldischen Krieg von 1546 bis 1547, in dem Kaiser Karl V. die evangelischen Fürsten niederzuwerfen suchte, hatte der Schützer des evangelischen Glaubens, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, Kurland und Kurwürde verloren. Für das ihnen verbleibende Herzogtum verlegten 1547 die nunmehrigen Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach ihren Sitz von Wittenberg nach Weimar, das bis 1918 Residenz blieb. Von dieser Zeit an entwickelte sich die Stadt von einem eher unbedeutenden Marktflecken zur Hof- und Beamtenstadt mit den typischen Repräsentationsbauten einer Residenz, deren Leben von der Hofgesellschaft wirtschaftlich wie kulturell bestimmt war. Doch wurde der zunehmend städtische Charakter Weimars noch deutlich von der Landwirtschaft bestimmt. Im Stadtreinigungsreglement von 1759 maß man zum Beispiel den allerorts anzutreffenden Misthaufen noch eine große Bedeutung bei, und es mußte wiederholt angeordnet werden, Schweine nicht frei auf den Gassen herumlaufen zu lassen,-welch ein Gedanke im Weimar der Herzogin Anna Amalia! Gleichwohl ermöglichte der wachsende Wohlstand neben dem Adel auch dem Bürgerstand ein gutes Auskommen: Der Markt wurde gepflastert und stilvolle Renaissancegebäude entstanden. Zu ihnen zählen das

Termékadatok

Cím: Weimar [antikvár]
Szerző: Marion Marquardt
Kiadó: Verlag C. J. Bucher
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 240 mm x 300 mm
Marion Marquardt művei
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