Bővebb ismertető
Begegnung
Im Krankenhause einer großen norddeutschen Stadt lernte ich ihn kennen. Um einen alten väterlichen Freund vor seinem Tode noch einmal zu sehen, war ich dorthin gefahren. Zu zweit lagen sie im hellen, freundlichen Krankenzimmer. Mein alter Freund machte mich mit seinem Mitpatienten bekannt, der zwar erheblich jünger war als er, aber doch die Sechzig bereits überschritten hatte.
Wir sprachen nur wenige Worte miteinander. Aber sie genügten, um uns erfahren zu lassen, daß uns etwas miteinander verband. Ich mußte an Erlebnisse früherer Jahre denken. Man war genötigt, mit vielen Menschen denselben Raum zu teilen, tagaus, tagein. Man kannte die anderen alle, kannte sie gründlich, wenigstens glaubte man sie zu kennen. Aber sie waren einem dennoch fremd. Eines Tages aber war ein Neuer da. Und man wnßte bei der ersten Begegnung, daß man zusammengehört.
So etwa erging es mir auch, als ich den Zimmergenossen meines alten Freundes sah. Auf dem Wege zum Bahnhof überraschte ich mich dabei, daß ich weit weniger an den Freund als an seinen Gefährten dachte. Sein Gesicht war von der Krankheit gezeichnet. Die erlittenen Schmerzen hatten sichtbare Spuren hinterlassen. Aber was mich am stärksten ergriff, ist mir erst viel später klargeworden: Der mich aus diesem Gesicht anschaute, war nicht irgendeiner, es war ein Mensch, der mehr erfahren hatte und mehr wußte als die meisten von uns.