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Zum Autor
Ohne das Wirken Kurt Tucholskys, dessen Satiren, Chansons und Gedichte hätte die Kleine Bühne in Deutschland ohne Zweifel nicht jenen literarisch-künstlerisch bedeutsamen Platz erlangt, den sie heute innerhalb der Bühnengeschichte einnimmt. Kaum aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrt, betätigte sich der Vorkriegsautor des poesievollen »Rheinsberg« als Mitarbeiter und Textautor des Kabaretts »Schall und Rauch«, dessen Namensvorgänger um die Jahrhundertwende von Max Reinhardt begründet worden war. Zusammen mit dem jungen Dichter Walter Mehring, dem einfallsreichen Komponisten Friedrich Hol-laender und dem als Klabund bekannten Bänkeldichter Alfred Henschke gehörte Tucholsky zu den Inspiratoren dieses vitalen, aggressiven Kabaretts, das in den widerspruchsvollen Jahren von 1919 bis 1921 neue satirische Töne fand, die sich sehr wesentlich von denen des Vorkriegskabaretts unterschieden.
Kurt Tucholsky, damals Chefredakteur des »Ulk« und ständiger »Weltbühnenautor« mit vier Pseudonymen, hatte in der Zeit des »Schall und Rauch« (1919-1921) seine engste Berührung mit dem literarischen Kabarett. In enger Zusammenarbeit mit den Komponisten und Schauspielern dieses Berliner Zeittheaters entstanden viele seiner Chansons und Lieder mit ihren scheinbar so mühelos hingeworfenen Pointen, ihrer heiteren Ironie, aber —