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VORWORT Die Geftalt und das Leben Ridhard Wagners find für die heutige Zeit bereits zum Mythos geworden, feine Kunft aber beherrfcht nach wie vor die Bühne und zwingt zur Auseinanderfetzung. Sie hat die bisherige Wagner-Literatur zu einer Kampfliteratur der Wagnerianer und der Anti-Wagnerianer gemacht, zur mehr oder minder fachlich geführten Polemik gegenfätzlicher Auffaffungen. Beide Methoden der Betrachtung, die panegyrifche wie die vorfätzlich oppofitionelle, find für die Wefenserkenntnis einer großen Kunft unergiebig. Vielleicht aber war es aus Gründen tieferer Art bisher nicht möglich, zu einer Einftellung jenfeits von Bejahung oder Verneinung zu gelangen. Vielleicht mußte erft das fchöpferifche Gegenbeifpiel einer neuen Kunft erftehen, ehe die Kunft Wagners in ihrer Bedingtheit und Größe zugleich erkannt werden konnte. Die Entftehung diefes Buches verdanke ich der heutigen zeitgenöffifchen Mufik. Der Kunft Wagners entflammend, durch fie heraufgerufen, erwies fie fich ihr doch in entfcheidenden Punkten entgegengerichtet. Um diefen Widerftreit der Ericheinungen zu klären, verfuchte ich, die ihnen innewohnende Gefetzlidhkeit zu erkennen. So gelangte ich dazu, gewiffe, im allgemeinen Sprachgebrauch gangbare Vokabeln der Äfthetik auf ihren Sinn zu prüfen. Als auffchlußreichfte diefer meift rein gewohn-