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VORWORT
Die Physik hat sich in den letzten Jahren unglaublich rasch entwickelt. Dabei war sie so kühn im Aufbau neuer Gedankenbilder, daß sich kaum der Fachmann, geschweige denn der Laie, an das Umstürzlerische ihrer Ideen gewöhnen konnte. Diese Ideen machen viel von dem illusorisch, was uns der gesunde Menschenverstand als wirklich und selbstverständlich vorgaukelt. Sie greifen ebenso in den Mikrokosmos wie in das Weltall, sie verändern das Gefüge von Raum und Zeit - Begriffe, in die der Mensch hineingeboren ist und von deren Gesetzlichkeit sein Leben bestimmt wird. Die neuen Erkenntnisse sollten daher nicht einem kleinen Kreis von Spezialisten vorbehalten sein, sondern Allgemeingut werden.
Ist das überhaupt möglich ?
Das Mittel, um die Zusammenhänge dessen zu erforschen und zu beschreiben, was unsere Welt im Innersten zusammenhält, ist die Mathematik. Nicht das elementare Schulrechnen, sondern Mathematik in ihrer abstraktesten, schwerstverständlichen Form. Um dem Denken der heutigen Physikergeneration folgen zu können, wäre also ein jahrelanges Studium nötig. Und doch soll dieses Buch das physikalische Weltbild allgemeinverständlich beschreiben? Das kann nur unter der Voraussetzung gelingen, daß wir dabei auf das Formelsystem der Mathematik verzichten und uns, so gut es geht, der gewöhnlichen Umgangssprache bedienen. Daraus folgt, daß wir oft mit vereinfachten Bildern auskommen müssen, die im Detail nicht mehr genau sind. Was mich trotzdem an dieses Vorhaben herantreten läßt, ist die Tatsache, daß die Physik eine auf die Wirk-hchkeit gerichtete Wissenschaft ist. Selbst wenn sich ein Fachmann noch so weit in abstrakten Gebieten verHert, so bleibt doch stets eine Hintertür offen, die zurück zu Begriffen des täglichen Lebens führt. Gerade diese Auswirkungen aber sind es, die das allgemeine Interesse herausfordern, sie sind es, die mit der Technik nachhaltig in unser Leben eingreifen, und sie sind es schließlich, die man mit