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ERSTER AKT
Das Bibliotheks- und Arbeitszimmer des Geheimrats Matthias Clausen in dessen Stadthaus. Über dem Kamin links das Bildnis eines schönen jungen Mädchens, von Fritz August Kaulbach gemalt. An den Wänden bis zu der Decke hinauf Bücher. In einer Ecke Bronzeabguß einer Büste des Kaisers Marc Aurel. Zwei gegenüberliegende Türen zu den übrigen Räumen stehen offen, ebenso die Flügel einer breiten Glastür vor einem steinernen Balkon in der Hinterwand. Einige große Globen stehen auf der Erde, auf einem der Tische ein Mikroskop. Hinter dem Balkon sind die JVipfel eines Parkes sichtbar; von dort dringt Jazzmusik herauf. Heißer Julitag, mittags gegen ein Uhr.
Es treten ein: Bettina Clausen, begleitet von Professor Geiger,
PROFESSOR GEIGER. Es ist nun drei Jahre her, ich bin seit dem Tode Ihrer Mutter nicht hier gewesen.
BETTINA. Es war furchtbar schwer mit Vater, besonders im ersten Jahr. Er konnte sich gar nicht mehr zurechtfinden. PROFESSOR GEIGER. Ihre Briefe, liebe Bettina, haben mir oft Sorge gemacht. Fast mußte man glauben, er würde nicht aufkommen.
BETTINA. Ich glaubte felsenfest daran. Und weil ich es glaubte, ist es geschehen! Mit schwärmerischem, gleichsam verklärtem Ausdruck. Aber ich hatte ja freilich auch das Vermächtnis von Mama: sie hat ihn mir geradezu übergeben, sein Schicksal mir geradezu überantwortet, Vater geradezu an mein Herz gelegt. Zwei Tage vor ihrem Tode sagte Mama: »Ein solcher Mann hat noch viel zu tun auf der Welt, er muß üir noch lange erhalten bleiben, und du, Bettina, sorge dafür I In dem Augenblick, wo ich die Augen schließe, beginnt deine Aufgabe.« PROFESSOR GEIGER. Diese schwere Aufgabe haben Sie treulich erfüllt.
BETTINA. Sie war zugleich schwer und leicht, diese Aufgabe. Und dann, Herr Professor, Sie sind ja der beste Freund von Papa, Sie kannten ihn lange vor mir und besser als ich — mir war es erst in den letzten Jahren vergönnt, ihm wahrhaft verstehend nahezutreten —, so mögen Sie vielleicht
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