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VORWORT
Als Schalom Asch vor einigen Monaten sein fünfzigstes Lebensjahr vollendete, wurde er in aller Welt nicht bloß gewürdigt und gefeiert, sondern mit Liebe und Verehrung begrüßt. Überall tönte es wie großer Dank. Als hätte man — diesseits imd jenseits des Ozeans — nur auf einen Anlaß gewartet, um es einmal zu sagen: die Kunst dieses großen Erzählers hat mehr als die Geister gefesselt — sie hat die Herzen gewonnen. Ungefähr zu gleicher Zeit war Aschs große Romantrilogie „Die Sintflut" abgeschlossen, jenes „hochbedeutsame Werk, an dem kein Gebildeter vorübergehen wird", wie es Gerhart Hauptmann gekennzeichnet hat. Ein mächtiges Zeitbild, dessen Städtetriptychon „Petersburg", „Warschau" und „Moskau" die furchtbare Tragödie Rußlands episch formt. Kein Stoff ist wohl mehr geeignet, den, der ihn anfaßt, zu Kraßheit der Darstellung, phantasievoller Ausdeutung der Schicksale, einseitiger Ausbeutung des Geschehens zu verführen. Nichts von alledem bei Asch. Einfach, klar, geradezu referierend werden die Ereignisse wiedergegeben, die Menschen gezeichnet, die Kräfte sichtbar gemacht. Von Sen-