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Prolog
11:58 Uhr
Der blaue Samtvorhang teilte sich wie bei einer Kinovorstellung und gab Johnny Sanders den Blick durch das kugelsichere Fenster frei.
Zwölf Augenpaare starrten ihn an. Die Augen der Menschen, die gekommen waren, um ihn sterben zu sehen,
Sanders nahm sie mit einem verhaltenen Lächeln zur Kenntnis.
Einige erwiderten sein Lächeln. Andere sahen zur Seite. Ein magerer Mann zuckte zusammen, als hätte ihn Sanders durch das Glas angestupst.
Sanders fand das urkomisch. Er war an einen Stuhl gefesselt, der eine Vierteltonne wog und an einer in Stahlbeton eingelassenen Bodenplatte angeschraubt war.
Er stupste niemanden.
Er wartete. Auf das Ende.
Und das würde in, oh, in eineinhalb Minuten kommen.
Er versuchte, sich zu entspannen, indem er mehrmals tief einatmete. Das half nicht - die Luft stank nach Ätzkalk und gewachstem Holz, Der erste Geruch stammte von dem soeben erst ausgehärteten Beton, aus dem die Böden, die Decken, die Wände und die Gänge des Vollstreckungstrakts bestanden. Letzterer kam vom Stuhl selbst.
Er ließ seine Finger über die breiten Armlehnen aus Eiche gleiten.
Glitschig wie Rotz.
Das war Wachs, wie er annahm. Feuchtigkeit. Rastlose Finger der Verurteilten, die das Holz wie einen Rosenkranz rieben.