Bővebb ismertető
Vorwort
In dem großen Kreis des Kampfes ums Dasein, der alle Lebewesen der Erde umsdiließt, finden wir besonders ausgeprägt das Erbeuten anderer Lebewesen, um sie zu töten und zu verzehren. Wir bezeichnen dies, besonders beim beutemachenden Menschen, als Jagd. Wie die Jagd und das Erbeuten im engsten und weitesten Sinne auch liünftig die Lebensbasis für viele Lebewesen unseres Planeten bedeuten, so war die Jagd, deren etymologische Wurzel vom Hauch des Rastlosen umgeben wird, auch für unsere frühesten Urahnen und Vorfahren bis weit in die geschichtliche Zeit hinein neben dem Sammeln eine Grundlage und das Element ihres täglichen Daseins für ein Uberleben. Dies hat sich allmählich gewandelt, so daß die Jagd inzwischen für die meisten Menschen und Völker nicht mehr jene fundamentale Bedeutung besitzt, jedoch als atavistischer Instinkt in uns allen mehr oder weniger fortlebt.
Innerhalb der Jagd kommt dem Vogelfang ein fester Platz zu. Wir wissen, daß den Vögeln schon vor vielen tausend Jahren zu Nahrungszwecken nachgestellt wurde, mit zwar einfachen Mitteln, aber doch wirksamen Methoden, die sich noch heute in unserer vogelfängerischen Tätigkeit fortsetzen.
Wenn die Vögel zunächst nur zur Ernährung gejagt wurden, so kamen in geschichtlicher Zeit — vielleicht schon früher — in verschiedenen Teilen der Erde weitere Momente hinzu, die den Vogelfang belebten: vornehmlich die Verwendung der Federn für Kleidung und Schmuck und der Lebendfang zum Zwecke der Haltung und des Wettstreites. Dies ist z. B. nicht nur bei den Naturvölkern noch in diesem Jahrhundert zu beobachten, sondern kommt noch heute auch im europäischen Räume vor. Paradiesvogelmäntel schmückten die Könige Ozeaniens, Adlerfedern die Häuptlinge der Indianer. Welchen europäischen Jägerhut zieren heute keine Federn von Schnepfen und Enten, die er bejagte?
Betrachten wir die europäischen Verhältnisse im Mittelalter sowie in der Zeit davor und danach, so wurde der Vogelfang damals ebenfalls vor allem für Nahrungszwecke betrieben. Weitere Motive zeigen sich in der allgemeinen Vogelhaltung und der Falknerei und in dem Bestreben, den Bestand solcher Vögel zu mindern, die der Landwirtschaft, der Viehzucht oder gar bevorzugten Jagdtieren schadeten.
Die Entwicklung der Zoologie und der Ornithologie in den letzten beiden Jahrhunderten brachten es mit sich, daß den Vögeln von einer weiteren Seite Interesse entgegengebracht und ihnen nachgestellt wurde, nämlich von der Wissenschaft. Das große wissenschaftliche Interesse amVogel hat schließlich mit dem Aufkommen der sogenannten Vogelberingung zum Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts
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