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EINLEITUNG
Virginia Woolf - Eine Dichterin des Lebens vor dem Tod
'^irginia Woolf, eine der großen Vertreterinnen der literari-clien Moderne, war eine herausragende Verfasserin von l^omanen, Erzählungen und einer amüsanten Komödie, eine ersierte und kühne Essayistin, Kritikerin, Biographin, zu-em eine großartige Brief- und Tagebuchschreiberin. Ihre Iriefe und Tagebücher liegen seit mehr als fünf Jahren in orzüglich edierten mehrbändigen Ausgaben auf Enghsch or. Sie sind - wie Virginia Woolfs Biograph Quentin Bell in ;iner Einleitung zu den Tagebüchern schreibt - nicht nur on historischer und biographischer Bedeutung, sondern :ellen auch für sich ein einzigartiges Meisterwerk dar. Doch ist fünfzig Jahre nach Virginia Woolfs Tod, sind nicht nmal alle ihre Romane, nicht einmal zumindest die wichtig-:en ihrer rund 150 Essays und mehr als 500 Kritiken über-;tzt, die durch gedankliche Klarheit und Schärfe glänzen nd nichts von ihrer Modernität verloren haben. Das unzureichende Interesse an dieser avantgardistischen »ichterin hat Tradition in Deutschland. Während in den ivanziger und dreißiger Jahren ihre Romane in Frankreich weils schon bald rezipiert und übersetzt wurden, fanden sie ierzulande eher laue Aufnahme. Soweit sie wohlwollend ar, blieb sie oberflächlich. Häufiger war sie abwertend und Dwehrend. Von »hemmungslosem Fabulieren« war die ede; in ihrem Roman »To the Lighthouse« herrsche »ein nheimliches Durcheinander«; ihre Menschen seien »ohne -onturen«, sie seien gar keine Menschen, sondern nur See-n; Woolf beobachte nicht, sondern präsentiere »erfundene redanken«; sie sei »glatter« als Joyce; ein »Joyce für Daten«. Daß Virginia Woolf erst 1942 auf die dritte Verbotsli-
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