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Jürgen Danyel
DDR-Antifaschismus: Rückblick auf zehn Jahre Diskussion, offene Fragen und Forschungsperspektiven
Jeder Versuch, die Debatten und Forschungen zum DDR-Antifaschismus innerhalb des letzten Jahrzehnts zu bilanzieren, kann, wenn er von unmittelbar Beteiligten unternommen wird, nur mit einem beträchtlichen Maß an Befangenheit und dem Mut zur Lücke erfolgen. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Die Zahl der Forschungsprojekte, Publikationen und Debattenschauplätze, die Fragen der Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur in der DDR thematisiert haben und weiter thematisieren, ist kaum noch zu überschauen.^ Insofern spiegelt dieses Feld die allgemeine Situation auf dem Gebiet der DDR-Forschung wider, die sich in den letzten Jahren einer beispiellosen Konjunktur erfreuen konnte. Es gibt kaum noch einen Bereich, zu dem nicht schon eine Untersuchung vorliegt oder gerade im Entstehen begriffen ist. Gute Ideen für neue Projekte - so die immer häufigere Erfahrung im Bereich der Forschung - haben sich oft schon nach wenigen Tagen beim Blick in das Regal mit den Neuerscheinungen erledigt, aus dem einen die gerade erschienene Monographie zu eben jenem Thema mit mehreren hundert Seiten anlacht, die dann auch noch alle einschlägigen Quellen berücksichtigt hat.
Die Landschaft, in der über Fragen des Umgangs mit der NS-Vergan-genheit und über die Schwierigkeiten der Erinnerungsarbeit diskutiert wird,
I Auf ausführliche Belege muss in diesem Zusammenhang verzichtet werden. Die nachfolgenden Anmerkungen verweisen lediglich exemplarisch auf einige wichtige Arbeiten.