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Vorwort
Nach der Besetzung der Nordbukowina durch die Rote Armee im Juni 1940 sollten aus diesem von Rumänien abgetrennten Gebiet aufgrund eines deutschsowjetischen Vertrags alle Angehörigen der deutschen Minderheit „heim ins Reich" verbracht werden. Da sie nicht anders ausreisen konnten, beantragten auch über 8.000 Rumänen, 4.000 Ukrainer und viele ethnisch gemischte Familien die Umsiedlung. Als die ersten Züge im Reich ankamen, protestierte die Volksdeutsche Mittelstelle. Der Leiter der Umsiedlung in der Bukowina antwortete, dass Familien nicht getrennt werden könnten und daher „viel Mischmasch" mitgenommen werden musste. Die Probleme dieser Nichtdeutschen hatte Dirk Jachomowski 1984 in seiner Dissertation „Die Umsiedlung der Bes-sarabien-, Bukowina- und Dobrudschadeutschen" auf vier Seiten skizziert.
Nach der Rückeroberung der Nordbukowina im Juli 1941 wollten immer mehr Umsiedler nach Rumänien repatriiert werden, weil sie unter schlechten Bedingungen in den provisorischen Auffanglagern der „Volksdeutschen Mittelstelle" lebten. Die rumänischen Behörden genehmigten anfangs nur sogenannten „Blutsrumänen" die Rückkehr. Die deutschen Behörden ihrerseits wollten vor allem Familien mit slawischen Angehörigen abschieben und boten dafür den rumänischen Behörden sogar Kopfgelder an. Solch unterschiedlichen Interessen geschuldet, saßen viele Bukowina-Umsiedler aus ethnisch gemischten Familien bis 1945 in den Lagern. Sie passten nicht in Himmlers Plan, rein deutsche Siedlungen an den Außengrenzen des Reichs zu errichten.
Die ausgegrenzten Umsiedler bildeten den Ausgangspunkt für meine Nachforschungen, in die ich dann auch jene Netzwerke einbezogen habe, welche die Umsiedlung seit 1938 systematisch vorbereitet hatten. Die Initiatoren der Umsiedlung aus der Bukowina verdeckten nach 1945 ihre enge Kooperation mit Institutionen aus dem Reich. Die Studie legt ihren Beitrag zur Entwurz-lung der 95.770 Bukowiner offen, den sie vor 1945 als Stärkung des „deutschen Volkskörpers" ausgegeben haben.
Bisher wurden von der Forschung die Unterlagen der Verhandlungen über die Repatriierungen in den rumänischen Archiven nicht ausgewertet. Dafür beantragte ich mit Unterstützung von Frau Professor Marie-Janine Calle von der Ludwig-Maximilians-Universität in München ein Forschungsprojekt. Die Bundesbeauftragte für Medien und Kultur genehmigte es über das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa an der Universität Oldenburg. Die Drucklegung meiner Ergebnisse ermöglichte mir die Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa e. V. (KGKDS). Ich bedanke mit dafür besonders bei ihrem Vorsitzenden Dr. Mathias Beer. Es war seine Idee, das Buch in der Buchreihe der KGKDS, der