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Das Vaterherz Gottes
So hat alles begonnen: die endlosen Nächte unter freiem Himmel während der Gefangenschaft. Über uns die Sterne. Ringsherum die Kälte der Apriltage. Und in uns die Leere. Was ist das Leben? Wofür leben wir? Werden wir überhaupt jemals noch herauskommen aus dieser Hölle von Stacheldraht, Hunger, Gewalt und Hoffnungslosigkeit?
So war es damals. War es nur in meinem Herzen so? Viele haben damals zu Gott gefunden. Ähnlich wie heute in Rußland. Freund, wenn Du satt bist und ein Dach über dem Kopf hast, wenn Du morgens zur Arbeit gehst und abends vor dem Fernseher sitzt, kannst Du das alles wahrscheinlich nicht begreifen: den Hunger der Seele! Der Hunger des Leibes hat uns zwar dem Tode nahegebracht, und Hunderttausende sind damals verhungert während der Gefangenschaft; aber der Hunger des Leibes war vergleichsweise belanglos.
Denn der große und eigentliche Hunger war tief drinnen im Herzen: „Bin ich allein unter dem großen Sternenhimmel der Nacht?" Und: „Interessiert sich irgend jemand für mein Schicksal?" Und „Kennt mich jemand?" Unter den Milliarden Sternen der Nacht waren wir wie ein Staubkorn, wie ein Nichts. Und dennoch war unser Leben voll von schweren Lasten, voll Hunger an Leib und Seele, voll Trauer über Verlassenheit und Einsamkeit, voll von Ängsten über die Zukunft. „Bin ich ein Nichts?"