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VORWORT
Von meinem Grundriß der vergleichenden Physiologie waren vor dem Kriege die beiden ersten Bände erschienen, der dritte war in den Korrekturen steckengeblieben, der vierte noch nicht geschrieben. Da die Gesamtauflage der überdies veralteten beiden ersten Bände bei einem Luftangriff auf Berlin vernichtet worden war, erschien es notwendig, das ganze Werk, das bisher im Verlage Gebr. Bornträger, Berlin, erschienen war, neu herauszugeben.
Durch das freundliche Entgegenkommen des Verlages Birkhäuser in Basel ist dies nunmehr möglich geworden, und zwar wird das stark erweiterte, jetzt sechsbändige Werk unter dem Haupttitel Vergleichende Physiologie in der Sammlung: «Lehrbücher und Monographien aus dem Gebiete der exakten Wissenschaften, Reihe der experimentellen Biologie», erscheinen. Durch die geschilderten Ereignisse ist es indessen notwendig geworden, jetzt mit dem vierten Band, der die Hormone umfaßt, zu beginnen; die übrigen werden, wenn möglich, in jährlichen Abständen in folgender Aufteilung erscheinen: Bandl: Sinnesorgane; Band II: Nervensystem; Band III: Atmung, Blut, Erfolgsorgane; BandV: Wasserhaushalt, Mineralhaushalt, Verdauung; Band VI: Drüsen, Ex-kretion. Auf den vorliegenden IV. Band folgen zunächst die Bände I und II.
Die Beschaffung der modernen Literatur hat die größten Schwierigkeiten bereitet. Ich verdanke es hauptsächlich der aufopfernden Hilfsbereitschaft zweier befreundeter Zoologen des Auslandes, daß es mir überhaupt möglich gewesen ist, den vierten Band zu Ende zu führen. Professor Hayes, Halifax, hatte die Güte, zahlreiche biologische und physiologische Laboratorien, hauptsächlich in Amerika, aufzufordern, mir wissenschaftliche Separata zu senden. Durch diese umfassende Hilfsaktion bin ich in den Besitz einer sehr großen Zahl wertvoller wissenschaftlicher Arbeiten gekommen. Allen denen, die sich hieran beteiligt haben, möchte ich auch an dieser Stelle meinen aufrichtigsten Dank sagen.
Der Gastfreundschaft meines Freundes Dr. Mislin in Basel verdanke ich einen fünfwöchigen Aufenthalt in der Schweiz, wo ich Gelegenheit hatte, das modernste ausländische Schrifttum durchzuarbeiten, und in der Lage war, den vierten Band fertigzustellen. Auch ihm möchte ich an dieser Stelle meinen wärmsten Dank sagen für die in jeder Art bewiesene Hilfsbereitschaft.
Trotz allen diesen Bemühungen ist es mir aber, wie selbstverständlich erscheint, nicht möglich gewesen, die gesamte ungeheure Literatur, die über die Hormone in den letzten Jahren erschienen ist, zu bewältigen. Der Leser möge es daher entschuldigen, wenn er an dieser oder jener Stelle eine Lücke empfindet.
Mainz, den 12. Oktober 1949
W. von Buddenbrock