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Der alte Mann, der auf dem Kennedy International Airport die Maschine aus Rom verließ, hatte den Tod im Gepäck. Unsichtbar! In seinem schäbigen braunen Koffer gab es keine Waffen, keinen Sprengstoff, keine getarnte Bombe — nichts dergleichen. Wäre er durchsucht worden, hätte man nicht einmal ein Messer in seinen Taschen gefunden. Aber niemand dachte daran, den gebeugten alten Mann mit dem schütteren Haar, dem zerfurchten Gesicht und dem abgetragenen, seltsam feierlichen schwarzen Anzug zu durchsuchen.
Matteo Caorle ließ geduldig die Abfertigungsformalitäten über sich ergehen, fand sein spärliches Gepäck auf dem Transportband und trat durch die spiegelnde Eingangsfront der Halle in die Sonne hinaus.
Der laute, quirlende Betrieb verwirrte ihn. Menschen drängten und hasteten in alle Richtungen. Busse kurvten scheinbar sinnlos hemm, lange Reihen von Yellow Cabs warteten auf Kunden. Der alte Mann zögerte einen Moment, dann trat er auf ein Taxi zu und nannte dem Fahrer die Adresse des Hotels, in dem ein Zimmer für ihn reserviert war.
Der Driver brummte ein mürrisches >Okay< und fegte los. Matteo Caorle erinnerte sich, gehört zu haben, daß New Yorks Taxifahrer die unfreundlichsten der Welt seien. Es war ihm gleichgültig. Er lehnte sich in die Polster zurück und schloß die Augen.
Er dachte an den Tod, den er in diese Stadt bringen würde. Den Tod, der so unentrinnbar war wie das Schicksal selbst und der einen Namen hatte.
Vendetta. Blutrache