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VORWORTGegen Ende des 15. Jahrhunderts hatte die Renaissanceganz Europa erfaßt. England, das auf ökonomischem,politischem und kulturellem Gebiet anfangs am Rande dereuropäischen Entwicklung lag, begann eine wichtige Stellungeinzunehmen. Die geographischen Entdeckungen verändertenseine Aussichten entscheidend. Die Ansätze zur kapitalisti-schen Entwicklung wurden schnell erweitert, gefestigt undausgebaut. Innerhalb des Landes waren dazu günstige Vor-aussetzungen vorhanden. Zum Glück für England hatten sichdie alten Feudalbarone in den Rosenkriegen gegenseitig tot-geschlagen. Ihre Nachfolger, wenn auch meist Sprößlingederselben alten Familien, kamen doch von so entferntenSeitenlinien, daß sie eine ganz neue Körperschaft ausmach-ten."1 An der Wende zum 16. Jahrhundert konnte das Insel-reich aus diesem Grunde schnell nachholen, was es durchinnere Fehden versäumt hatte. Die großen Städte waren wäh-rend der feudalen Streitigkeiten im großen und ganzen vonden kriegerischen Zerstörungen unberührt geblieben. Dieinnere Zerrissenheit, das gegenseitige Gemetzel und die Intri-gen der Herrscherhäuser, die in Deutschland und Italien aufJahrhunderte hinaus als Hemmschuh wirkten, waren zugun-sten der Tudors entschieden worden. Unter Heinrich VII.(14851509) war es verhältnismäßig ruhig im Lande. So1 Engels, Friedrich: Die Entwicklung des Sozialismus von derUtopie zur Wissenschaft. (Einleitung zur englischen Ausgabe.)Berlin 1953. S. 22. Vgl. auch Schirmer, Walter F.: Karze Ge-schichte der englischen Literatur. (2. Aufl.) Halle a./S. 1948. S. 53.