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42 Ölbilder und Grafiken von Künstlern der Schule von Barbizon bilden das VORWORT
Zentrum der Sommerausstellung „Unter freiem Himmel" in der Neuen Galerie.
Diese Werke von so bedeutenden französischen Künstlern wie Camille Corot,
Gustave Courbet, Charles-François Daubigny, Narcisse Diaz, Jean François
Millet, Theodore Rousseau, Constant Troyon u.a. wurden der Neuen Galerie im
heurigen Jahr in großzügiger Weise als Dauerleihgabe der Familienstiftung des
aus Graz gebürtigen Basler Arztes Dr. Rudolf Polheim übergeben.
Um 1830 beschlossen diese Künstler in unmittelbarer Auseinandersetzung mit der Natur „unter freiem Himmel" zu malen und zogen hinaus vor die Stadt Paris, um im Wald von Fontainebleau, in der Nähe des Dorfes Barbizon, zu malen. Die Werke der Schule von Barbizon etablierten die Freilicht- bzw. Pleinairmalerei und waren richtungsweisend für die Entwicklung des Realismus in der Kunst des 19. Jahrhunderts und für die nachfolgende Generation der Impressionisten. Auch die österreichische Landschaftsmalerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde entscheidend von den künstlerischen Errungenschaften der Barbizonisten geprägt, sodaß es nahe lag, ein Ausstellungskonzept zu entwik-keln, das diesen Einfluß auf die heimische Generation der Stimmungsrealisten von Emil Jakob Schindler, Carl Moll, Eugen Jettel, Theodor von Hörmann, Olga Wisinger-Florian, Tina Blau bis Marie Egner, um nur die berühmtesten zu nennen, deutlich machen konnte. In der Steiermark sind es vor allem die Werke von Alfred Zoff und Constantin Damianos, die in dieser Tradition stehen und eine starke und über Jahrzehnte andauernde Folgewirkung bis in die Zwischenkriegszeit ausübten.
Mit dieser Gegenüberstellung konnte die Neue Galerie zum zweiten Mal nach der erfolgreichen Ausstellung „Im Hochsommer der Kunst. 1890-1925", die parallel zur großen Schiele-Ausstellung aus der Sammlung Leopold im Jahr 1997 zu sehen war, eine spezifische Aufgabe verwirklichen, nämlich wichtige Teile der Sammlung, die ansonsten in den Depots ruhen, hervorzuholen, zu bearbeiten und zu präsentieren. Damit bietet sich die Gelegenheit, heimisches Kunstschaffen vor dem Vergessen zu bewahren und in einem intemaüonalen Kontext zu zeigen, sodaß dessen künstlerischer Rang erkennbar wird. Auch diesmal begleitet unsere Ausstellung eine große Sonderausstellung, nämlich „Paul Gauguin - Von der Bretagne nach Tahiti. Der Aufbruch zur Moderne" im Joanneum und vermag in gewissem Sinn eine Verbindung zwischen den beiden Themenkreisen herzustellen.
Eine breitgefächerte Auswahl von mehr als 300 Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafik von größter Qualität sowohl der französischen Schule, und hier wäre besonders auf zwei Zeichnungen von Corot zu verweisen, als auch der österreichischen Stimmungsrealisten und deren Nachfolger werden in dieser Ausstellung zum größten Teil erstmals dem Publikum gezeigt.
Unser außerordentlicher Dank gebührt Herrn Dr. Rudolf Polheim, der uns sein Vertrauen geschenkt hat, indem er uns seine über viele Jahre erworbene und gehütete kostbare Sammlung übergeben hat, die wir mit größter Sorgfalt bewahren werden. Wir schätzen uns glücklich, daß er sich auch der Mühe unterzogen hat, einen umfangreichen Essay aus der Sicht des Sammlers für diesen Katalog zu verfassen. Besonderer Dank für das Zustandekommen dieser Ausstellung gilt Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter DDr. Peter Schachner-Blazizek und