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Verehrte Frau,
Der Ausflug war entzückend. Wunderbar führten Sie uns den singenden Weg der dreistimmigen Terzinen, nur da und dort mit zarter Hand erklärende Akzente setzend, damit das alte Spiel in neuem Sinne uns erstehe. Das ein und andre Mal begegnete es uns, Dantes Gestalten aus dem Blicke zu verlieren, gebannt durch Ihre Gesten. Aber geschah dasselbe nicht zuvor dem Dichter mit jenem VortreiTIichen, der sein Führer war? Es ist nicht zu ändern. Ein unlöschbarer Durst nach Gegenwart ließ mir jenes alte, geistvolle, aber blutleere Schauspiel verblassen vor diesem anderen neuen, welches entstand aus seiner Spiegelung in Ihnen. Und ich glaube nicht, daß Dante, zu uns zurückgekehrt, darin Anlaß zu Tadel fände. Allzu tief war er teilhaftig der Wollust des Erkennens, um den doppelten Genuß zu verachten, der darin liegt, die Welt einmal, statt immer nur grad-aus, in einer Brechung, im Widerscheine fremder Augen anzuschauen. Er sagt — sieben Jahrhunderte vor Heredia —, man könne auch in einem Auge ein Schiff flußabwärts fahren sehen (Par. XVII, 41 und 42). Welch ein Geständnis! Denn es setzt unweigerlich voraus, daß einmal er sich beugte über Augen, die ihm folgten: erkenntnisgierig bis in süße Zweisamkeit; Ströme erfor-