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VorwortKein Feinfühlender wird Alexander Berrsches Aufsatze lesen ohne die schmerzliche Sehnsucht, dafi es nicht mehr möglich ist, sich mit íhrem Verfasser zu unterhalten: so unmittelbar, so lebendig, ofl so dramatisch greifen sie dem Leser vom Herzen ans Herz. Wer das Glück gehabt hat, ihn persönlich zu kennen, dem steigt fast bei jeder Zeile sein Antlitz mit herauf, dieses schmale, vergeistigte Antlitz, über das im Gesprach der Widerschein alles des-sen wetterleuchtete, was in seiner immer bewegten Seele auf- und abstieg. Und ihm klingt in seinen Satzen noch seineStimme nach, eine bedeckte und doch tragende Stimme, die die feinsten und verwegensten Gedanken mit beflügel-ter Sicherheit aussprach. Er hatte dann eine sehr charakte-ristische ruckartige, fast vogelhafte Bewegung des Kopfes, wenn er mit leidenschafllicher Freude in die Mitte einer Streitfrage sprang und mit unerwartetem Schlag den Nagel auf den Kopf traf, wáhrend seine merkwürdig hellen und ofl: versonnenen Augen einen herausfordernden Ausdruck annahmen.Tausdien wir uns, oder gibt es heute wirklich weniger Menschen, die zum geistigen Zweikampf in der Unterhal-tung geboren sind? Berrsche jedenfalls war dieser immer ein Lebensbedürfnis, und man muíke ihn vielleicht in einem der Kreise erlebt habén, in denen er mit seinem Freund Josef Hofmiller zusammentraf, um den ganzen Reiz eines geistvollen und rückhaltlos offenen Manner-gesprachs zu geniefien, in dem die Worte im einen Augen-blick wie blitzende Florettklingen aneinanderfuhren, um im nachsten schon in gemeinsamer Begeisterung zusammen-zutönen, in dem tiefer Ernst unmerklich in fröhliche Heiterkeit wechselte und über diese wieder jahlings der dunkle Geisterhauch alles Lebendigen wehte wie der kühl-unheimliche Schauer eines finsteren Wolkenschattens übel eine sonnebeglanzte Landschaft.