Bővebb ismertető
Vorwort
Der Lehrplan für das Medizinstudium hat in den letzten Jahren dem Unterricht in Radiologie etwas mehr Raum gegeben, trotzdem sind unter der Ärzteschaft Kenntnisse über Indikationen, Technik und Grenzen der Röntgenuntersuchung nicht sehr weit verbreitet. Viele Kollegen, die nicht selbst radiologisch tätig sind, verdrängen zudem nach ihrer Ausbildung aus „ökonomischen" Gründen das auf Randgebieten erworbene Wissen, um Raum für andere Kenntnisse zu schaffen, welche für ihren speziellen beruflichen Bedarf erforderlidi sind. Eine solche Entwicklung ist verständlich und eine Folge der zunehmenden Spezialisierung. Diese führt auch dazu, daß die Tho-raxröntgenuntersuchung (TRU) — wahrscheinlich eine der häufigsten diagnostischen Maßnahmen überhaupt — heute fast ausschließlich von Fachärzten durchgeführt wird, ein Umstand, der nicht allein um der Kranken willen, sondern auch aus strahlenhygienischen Gründen begrüßt werden muß. Die Vertreter der drei Fachrichtungen, in deren Händen im wesentlichen die TRU liegt, nämlich Pneumologen, Internisten und Radiologen werden im folgenden lediglich aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung als Röntgendiagnostiker o. ä. bezeidi-net, ohne daß damit irgendwelche neue Differenzierungen inauguriert werden sollen.
Nun hat sich speziell die Röntgendiagnostik wie kein anderes ärztliches Fachgebiet zu einem Methodenfach entwickelt, und dieser Umstand verleitet ganz besonders den fachfremden Arzt dazu, den die Untersuchung durchführenden Kollegen einerseits als einen medizinischen Photographen, andererseits aber auch als eine Art Wunderdoktor anzusehen, der alles sofort mit seinen „Röntgenaugen" erkennt. Die Röntgendiagnostik ist indessen kein Selbstzweck, sie dient allein dem Patienten, kann dies aber ausschließlich über den kollegialen Kontakt. Wo dieser durch konstantes Schweigen einer Seite zum Monolog wird, können die vielfachen technischen Möglichkeiten der modernen Radiologie nicht sinnvoll eingesetzt werden; auch fehlen Anregung und Kontrolle seitens der Klinik — und damit ein wichtiges Regulativ für die Röntgendiagnostik. Zwar stellt die Untersuchung mit Röntgenstrahlen eine objektive Methode dar und „das Röntgenbild lügt nie" (Saupe). Aber die Deutung des Befundes ist subjektiv und eine optimale Befundauswertung ist nur aus der Synopsis von Klinik und Röntgenbefund zu erwarten.
Die fachärztliche Konsulation sollte deshalb ein Dialog sein, zu welchem alle Partner, um mitreden zu können, eines gewissen Rüstzeuges bedürfen.
Radiologisches Rüstzeug liegt zwar in vielfältiger Gestalt vor, hat aber — wie alles — seine Grenzen und Nachteile.