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1.
Egon Stöttermann verkündete der Welt leise pfeifend, daß er ein Desperado sei. Und diese Welt war voller Regen, Wind und Kälte. Wer das Pech hatte, auf die Straße zu müssen, hastete mit vorgestrecktem Kopf, zusammengekniffenen Augen und hochgeschlagenem Kragen seinem Ziel entgegen und nahm von anderen Passanten keine Notiz. Stöttermann konnte so laut und so falsch pfeifen, wie er wollte.
Obwohl er völlig unmusikalisch war, pfiff und sang er gern, wenn er in Stimmung war, und so setzte er schließlich, als er das Motorrad vor dem Hauseingang abgestellt hatte und die Außentreppe hinaufstieg, lauthals ein: „Ja, ich bin ein Desperado "
Da er bei diesem ungeläufigen Wort völlig aus der Melodie kam, brach er ab und wischte sich mit der Hand das Wasser aus dem Gesicht. Cornelia hat schon recht, dachte er, ein Trabant ist besser als dieser Feuerstuhl ohne Dach. Warum habe ich das bisher nicht eingesehen? Klar, das verdammte Geld ! Aber über diese Kalamität sind wir ja nun hinweg. Also Zeitungsannoncen studieren und Kurs auf einen gebrauchten nehmen. Ehe man einen neuen kriegt, hat man graue Haare.
Egon Stöttermann kramte das Schlüsselbund aus der Hosentasche. Seine Gedanken eilten voraus in die ferngeheizte Wohnung, zu seiner Frau Cornelia und der Flasche Dessertwein, die er heute auf den Tisch stellen wollte. Und er sah in Gedanken schon die Freude in ihre Augen schießen, wenn er seinen Entschluß verkündete.
Stöttermanns gute Laune verflog schnell, als er im Erdgeschoß an die Briefkästen kam und sah, daß die Zeitung noch in seinem Fach