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1über Nacht war es wärmer geworden, und der Himmel hatte eine sonderbar milchige Färbung, als Tanja ins Freie trat. Der Wind, der von den Ufern des Jenissej herüberkam, fuhr in das wollene Tuch, das das Mädchen um Kopf und Schultern geschlungen hatte.Ein paar Augenblicke lang stand Tanja ganz still da, den schmalen Kopf wie witternd erhoben, und atmete die Morgenluft ein, die nach Frische und Schnee roch.Väterchen hatte recht gehabt; er hatte den Wetterumschlag schon vor zwei Tagen prophezeit. Es wird neuen Schnee geben, ich spür's in allen Knochen. Und dann war er in den Stall neben der Lehmkate geschlurft und hatte unter Ächzen und Fluchen den Tiegel mit dem Dachsfett hervorgekramt, den Mütterchen Olga dort seit Jahr und Tag aufbewahrte. Am Abend hatte er sich dann von ihr den Rücken einreiben lassen, denn nach Meinung von Iwan Antonowitsch Nitenko gab es nichts Besseres gegen Gliederreißen als Dachsfett.Tanja lachte leise in sich hinein bei dem Gedanken, wie grob er Mütterchen Olga dabei angefahren hatte.HeiUge Mutter von Kasan! hatte er geschrien. Du reibst an mir herum, als wäre ich ein schmutziges Hemd. Wirst du wohl sanfter mit mir umgehen, du Satansbraten! Großer Gott, was für ein Weib! Als ich sie heiratete, war sie ein sanftes, zartes Schwälbchen. Und jetzt ist sie ein Koloß mit Armen wie ein Pumpenschwengel. Hör auf, sag' ich, oder willst du mir die Rippen brechen?Aber Olga Sergejewna hatte ungerührt weiter das Dachsfett in seine faltige, gelbliche Haut einmassiert und Tanja einen vergnügten Blick zugeworfen. Er spinnt, dein Väterchen! Ich streichle ihn so sanft wie eine Feder. Aber so sind die Männer! Immer mit dem Maul vorneweg, wenn es ums Saufen geht oder wenn sie sich üire Weibergeschichten erzählen. Höh, da sind sie Helden so stark wie der heilige Georg, als er mit dem Drachen kämpfte. Aber wenn sie einmal ein bißchen