Bővebb ismertető
Von der faculty of medicine Khartoum habe ich eine Einladung, Kost und Quartier is free, das Visum ist ausgestellt für einen Monat ab Einreisedatum im Sudan, wie ich glaube. Ich probiere Ashraf telefonisch meine genaue Ankunftszeit und den -ort bekanntzugeben, aber das gelingt schon einmal nicht. So fliege ich mit KLM am 4. September 91 ins flächen-mässig grösste Land Afrikas. Später, während meines Aufenthaltes werde ich von den stolzen Menschen gerne zu hören bekommen, dass der grösste Chirurg auf diesem oder jenem Gebiet ein Sudanese ist. Er ist es dann gleich auch von ganz Afrika und als Draufgabe höchstwahrscheinlich von der ganzen Welt. So erfährt man von Weltmeistern in diversen Sparten mit Verzicht auf eine Eintragung im Guinnessbook of records. Wer nichts weiss von draussen, nichts erfahren kann, oder falsch informiert wird, kann leicht in Grössen-wahn verfallen. Schon die Zugfahrt nach Frankfurt am Vortag gestaltete sich in der Hinsicht meiner Mission als sehr interessant. Ich lernte dort einen jungen Bischof mit Vollbart, Brachydaktylie, eingedetschter Nase und mit Niereninsuffizienz kennen. Er erzählt mir von seinen summa cum laude Studium, seinen vielen Titeln, die er aber nicht zu hoch einschätzt, und den vielen Reisen und Aufträgen, die er zöli-batär auszuführen hat. Seine Gesundheit sei ganz schön ruiniert. Die letzte Reise aus Mittelamerika musste er in Paris unterbrechen und hatte Glück, dort in einer Dialysestation aufgefangen worden zu sein, andernfalls es seinen Tod bedeuten hätte können. Er schreibt seine Schäden seinen Ausbüchsungen in die Biergärten Münsters und dem schon mal Hinlangen an die Cocablätter im Garten Eden nur teilweise zu. Er will eigentlich gar keine so strapaziösen Reisen mehr unternehmen, aber wenn der Chef es verlangt, und der verlangt schon manchmal auch Unchristliches, dann wird er trotzdem gehorchen. Er hat eine Patenschaft über fünfzig Kinder übernommen und zahlt dafür fünftausend DM monatlich. Ich frage nach, weil ich glaube, mich verhört zu haben. Er bestätigt es aber. Eigentlich reizt es mich zu fra-