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Heinrich Schütz - Symphoniae Sacrae III (1650) [antikvár]

Symphoniae Sacrae III (1650) [antikvár]

Heinrich Schütz

 
VORWORT In den Jahren 1647-1650 erreichte Heinrich Schütz' Aktivität in der Publikation seiner musikahschen Werke ihren Höhepunkt. Nachdem seit den Druckausgaben der Kleinen geistlichen Konzerte (1636 und 1639) eine längere Veröffentlichungspause eingetreten war - sie hängt gewiß mit den durch die Kriegsereignisse zerrütteten Kapellverhältnissen zusammen ließ Schütz nun in rascher Folge drei große Werksammlungen erscheinen: 1647 den II. Teil der Symphoniae sacrae, im folgenden Jahr die Geistliche Chormusik und 1650 schließlich...
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VORWORT In den Jahren 1647-1650 erreichte Heinrich Schütz' Aktivität in der Publikation seiner musikahschen Werke ihren Höhepunkt. Nachdem seit den Druckausgaben der Kleinen geistlichen Konzerte (1636 und 1639) eine längere Veröffentlichungspause eingetreten war - sie hängt gewiß mit den durch die Kriegsereignisse zerrütteten Kapellverhältnissen zusammen ließ Schütz nun in rascher Folge drei große Werksammlungen erscheinen: 1647 den II. Teil der Symphoniae sacrae, im folgenden Jahr die Geistliche Chormusik und 1650 schließlich den III. Teil der Symphoniae sacrae. Es scheint, als ob der in der ersten Hälfte seiner sechziger Jahre stehende Komponist darauf abgezielt habe, sein künstlerisches Lebenswerk systematisch abzurunden. Darauf deutet auch die Tatsache hin, daß er in der Pubhkation von 1647 ein Verzeichnis seiner bisherigen Druckwerke gab und dabei den früheren Werken von den Italienischen Madrigalen (1611) bis zum II. Teil der Kleinen geistlichen Konzerte (1639) rückwirkend die Opus-Nummern 1 bis 9 zuordnete. Die drei Werksammlungen der Jahre 1647 bis 1650 erhielten dementsprechend in der Werkzählung die Nummern 10 bis 12. Das „Opus Duodecimum", der III. Teil der Symphoniae sacrae, blieb Schütz' letztes gedrucktes „Opus" im vollen Sinne des Wortes. Zwar wurden 1657 die Zwölf Geistlichen Gesänge als „Opus Decimum Ter-tium" veröffentlicht, doch überließ Schütz die Herausgabe dieser musikalischen Erträgnisse seiner „Ne-ben-Stunden"' seinem Schüler Christoph Kittel. Und die 1661 veröffenthchte Neufassung des Beckerschen Psalters blieb im Originaldruck ohne Werknummer; erst in seinem handschriftlichen Werkverzeichnis von 1664^ belegte Schütz diese Veröffentlichung nachträglich mit der Opuszahl 14. Die Weihnachts-Historie schließlich erschien 1664 nach der erklärten Absicht des Komponisten nur zu einem Teil im Druck, um inkompetente Aufführungen zu verhindern^. Erst mit dem großen Werk von Schütz' letzten Lebensjahren, Königs und Propheten Davids Hundert und Neunze-hender Psalm , hätte die Reihe der repräsentativen Drucksammlungen ihre adäquate Fortsetzung über das Opus 12 hinaus finden können, wäre es zu einer über das Titelblatt hinausgehenden Drucklegung gekommen'*. Daß Schütz die Symphoniae sacrae III als ein Werk des Vollendens und Abrundens betrachtete, kommt auch in der Widmung an den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. zum Ausdruck, dem Schütz 1619 schon seine erste geistliche Werksammlung, die Psalmen Davids, zugeeignet hatte. Mit dieser Widmung an seinen langjährigen Dienstherrn verfolgte der Komponist zugleich ein persönliches Ziel. Er übersandte dem Kurfürsten das Widmungsexemplar zusammen mit dem berühmten Memorial vom 14. Januar 1651, in dem er den Rückblick auf seinen „mühseeligen lehenslauff mit der Bitte verband, ihn „hinfuro auch in einen etwas geruhigeren Zustand zu versetzen"^. (Diese Bitte blieb freilich ebenso erfolglos wie die vorhergehenden und nachfolgenden Gesuche gleichen Inhalts an Johann Georg I.; erst dessen Sohn und Nachfolger Johann Georg IL gewährte nach seinem Regierungsantritt 1657 Schütz den Ruhestand.) Der Titel Symphoniae sacrae verbindet das Opus von 1650 mit den beiden vorangegangenen Werksammlungen gleichen Titels von 1629 und 1647. Der Kompositionstypus, den Schütz nach einer von Giovanni Gabrieli und Caspar Häßler^ eröffneten Tradition als „Symphonia sacra" bezeichnet, ist das geisth-che Konzert mit Beteihgung obligater Instrumente. Was den III. Teil der Symphoniae sacrae über die beiden vorangegangenen Teile - ungeachtet der Gemeinsamkeit der typologischen Grundlage - hinaushebt, das ist die große, ja geradezu opulente Besetzung. Nicht nur übertrifft die Zahl der obligaten Stimmen (fünf bis acht) die der vorangehenden Teile (Teil I ist drei- bis sechsstimmig, Teil II drei- bis fünfstimmig), sondern darüber hinaus setzt Schütz in 16 der insgesamt 21 Kompositionen ein vier- bis achtstimmiges Complementum ein, das, laut Angabe des Titelblattes, „nach Beliebung mitgebrauchet werden" kann und eine ähnliche Funktion erfüllt wie die „zum starcken Gethön / vnnd zur Pracht"^ dienenden Capellchöre der Psalmen Davids von 1619. Die ' Titelblatt der Zwölf geistlichen Gesänge. ^ VerzeichnUß meiner außgelaßenen Musicalischen Wercke; vgl. Horst Walter, Ein unbekanntes Schütz-Autograph in WolfenhUttel, in: Musicae scientiae collectanea - Festschrift Karl Gustav Feilerer zum 70. Geburtstag, hrsg. von Heinrich Hüschen, Köln 1973, S. 621-625. ' Vgl. Schütz' Vorrede in der Generalbaßstimme des Werkes. Zur Überlieferung vgl. den Kritischen Bericht von Bd. 39 der Neuen Schütz-Ausgabe, hrsg. von Wolfram Steude (1984). ^ Heinrich Schütz, Autobiographie (Memorial 1651), Faksimile-Ausgabe [mit Übertragung], hrsg. von Heinz Krause-Graumnitz, Leipzig 1951 (Zit.: S. 20). ^ Beide ließen bereits vor 1600 Sammlungen unter dem Titel Sacrae Symphoniae erscheinen (Venedig 1597 bzw. Nürnberg 1598). ^ Aufführungspraktische Vorrede der Psalmen Davids. VII

Termékadatok

Cím: Symphoniae Sacrae III (1650) [antikvár]
Szerző: Heinrich Schütz
Kiadó: Bärenreiter-Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 190 mm x 280 mm
Heinrich Schütz művei
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