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Stumpf klebt sein Blick an ihren Beinen. Es dauert eine Weile, bis Carmen das bemerkt. Zunächst denkt sie, es ist Zufall: Er denkt an irgend etwas und starrt dabei eben ihre Beine an. Dann merkt sie, daß er nicht an irgend etwas, sondern exakt an ihre Beine denkt. Sie sitzt ihm in den U-förmig aufgestellten Bänken des Seminarraumes genau gegenüber. Vorn erläutert der Seminarleiter eine Strategie, wie man zu höheren Verkaufs zahlen kommen könnte, und ihr gegenüber sitzt ein Mensch, den dies ganz eindeutig nicht interessiert. Er hat zwar diesen Kurs gebucht und bezahlt, bekommt aber offensichtlich nichts davon mit. Carmen Legg beginnt, ihn zu testen. Sie stellt die Beine parallel; neigt sie leicht schräg, reibt dann die Nylons aneinander, so daß es ein leises, erotisches Geräusch gibt. Ihrem Gegenüber schießt die Röte ins Gesicht. Sie verändert die Position, wippt ein bißchen mit ihren hohen Absätzen, streckt die Füße etwas nach vorn, unter dem Tisch hervor, in seine Richtung. Er knetet seine Hände, lockert seinen Krawattenknoten. Blödes Spiel, denkt Carmen, gleich läuft ihm auch noch der Speichel aus den Mundwinkeln. Sie konzentriert sich wieder auf den Seminarleiter. Schließlich kostet die Schulung viel Geld, und wenn der da drüben nichts mitbekommt - bitte! Sie jedenfalls will in ihrem Beruf etwas erreichen.
Leicht angesäuert fährt sie an diesem Abend nach Hause. Sie könnte sich ja geschmeichelt fühlen, daß jemand ihren Beinen so viel Aufmerksamkeit schenkt. Aber im Gegenteil: Es ärgert sie. Wie im Zoo angestarrt zu werden. Von so einem widerwärtig geilen Typen. Carmen knallt Genesis in ihr Autoradio. Und mit der Kassette ändert sich langsam ihre Laune. Eigentlich urkomisch, findet sie, da fährt so ein Mann weiß der Himmel wie viele Kilometer, urq an einem Seminar teilzunehmen, und legt dafür auch noch ordentlich Bares auf den Tisch, und wenn er dann wieder nach Hause fährt, hat