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í. ABSCHNITT FUNKTIONALER STIL (REDESTIL) UND GATTLNGSSTIL § 1. Die Tatsache, daB die Sprache ganz verschiedenen und immer komplizierteren Spháren der menschlichen Tátigkeit als Verstándigungsmi11e 1 dienen rnuB, führt zwangsláufig zur Vervollkommnung ihres Systems, zu einer funktionalen und expressiven Diíferenzierung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten. Mit der Entwicklung der Gesellschaft bilden sich zahlreiche Verwendungsweisen der Sprache heraus, ein weit verzweigtes Netz von Stílen, die untereinander in steter Wechselbeziehung stehen. Unter Stil1 verstehen wir demnach die historisch veránderliche, funktional und expressiv bedingte Verwendungsweise der Sprache auf einem bestimmten Gebiet menschlicher Tátigkeit, objektív verwirklicht durch eine zweckentsprechend ausgewahlte und gesetzmafíig gecrdnete Gesamtheit lexischer2, grammatischer und phcnetischer Mittel. 1Etymologie und Verwendung des Wortes Stil": Stil-vom griechischen stylos" (Sáule, Pfahl), lateinisch stilus", jeder oben zugespitzte, sáulenartige Gegenstand, darunter auch Schreitgriffel. Lbertragene Bedeutung: Art und Weise des Schreibens; schriftlicher und mündlicher Sprachausdruck. Spáter Erweiterung des Begriffs: Art und Weise der Darstellung in den verschiedenen Künsten (Baustil, Musikstil, Stil der bildenden Künste usw.); auch als Art und Weise der Ausführung jeglicher menschlichen Betátigung, daher: Stil der Arbeit; auf Begriffe des Alltagslebens angewandt: Sportstil (Sprungstil, Laufstil, Schwimmstil usw.), Stil der Kleidung usw. 2lm vorliegenden Buch werden die Adjektive lexisch" und lexikalisch* folgenderweise gegeneinander abgegrenzt: lexisch0 - d. h. dem Wortschatz, der Lexik zugehörig, ein Teil des Wortschatzes selbst (z. B. lexische Mittel, lexische Schicht); Jexikalisch" - d. h. den Wortschatz betreffend (z. B. lexikalische Probleme, vom lexikalischen Standpunkt aus). Vgl. damit die heute schon zu vollstándigen Synonymen gewordenen Adjektive grammatisch - grammatikalisch0.