Bővebb ismertető
Vorwort: Zur Aktualität des ThemasMit der Entwicklung des Raketenflugzeugs bis 1979 rückt die kommerzielle Erschließung des Weltraums in greifbare Nähe. Die Öffentlichkeit hat sich an Erfolge in der Raumforschung gewöhnt, entwickelt jetzt aber angesichts der sich langsam auch im Alltag auswirkenden Fortschritte ein neues und ernsthafteres Interesse. Denn die technologischen Neuerungen, die in nur zwei Jahrzehnten seit dem Beginn des Weltraumzeitalters in die Ära der routinemäßigen Weltraumflüge überleiteten, blieben natürlich auch unten auf der Erde nicht ohne Auswirkungen. Man denke nur etwa an die weltweiten Telefon-, Fernseh-, Navigations* und Computerverbindungen, die nur dank den Satelliten möglich und vor allem in diesem gigantischen Maße ausbaufähig wurden. Die drei sich über fast ein Jahr hinziehenden Skylabflüge zeigten, daß der Mensch nicht nur kurze Reisen zum Mond unternehmen kann, sondern daß auch wesentlich längere Aufenthalte in der Schwerelosigkeit des Alls möglich sind. Dabei ist es nicht von Belang, ob es sich um den Flug zu einem Planeten oder in der Erdumlaufbahn handelt. Es ist daher bereits abzusehen, daß binnen zehn Jahren ständig bemannte Raumlaboratorien die Erde umkreisen werden, die das Wetter überwachen, die Mineral- und ölprospektion (Erkundung nutzbarer Bodenschätze) besorgen, die landwirtschaftlichen Nutzflächen kontrollieren und dazu die Schwerelosigkeit für bisher undenkbare industrielle Herstellungsverfahren heranziehen.In dieser Zeit nun, da die Raumforschung endlich ihre solide kommerzielle Grundlage erhält, wird mit dem amerikanischen Raketenflugzeug ein Raumtransporter entwickelt, der der gewaltigen Nachfrage nach Transportkapazität genügen kann. Die Transportkosten für den Flug in eine Erdumlaufbahn, die zur Zeit je nach Raketentyp von 6000 bis über 20000 Franken pro Kilogramm betragen, werden wohl unter 1000 Franken gesenkt werden können und somit ab 1980 zu einer eigentlichen Renaissance der Raumflüge führen. Das gesteigerte Angebot wird die Nachfrage stimulieren, so daß einerseits weitere Projekte von praktischem Nutzen die Rentabilitätsschwelle passieren können und anderseits die rein wissenschaftliche Erforschung unseres Sonnensystems und des übrigen Universums profitieren wird.Schon vor dem Anbruch dieser neuen Ära stellt sich dem Raumfahrtinteressierten ein Kaleidoskop von Fragen:-In welche Richtung wird sich das Raketenflugzeug weiterentwickeln, da das bisherige Konzept zweifellos noch nicht die letzte Weisheit darstellt?-Welche Möglichkeiten bestehen bezüglich einer Wiederaufnahme bemannter Mondflüge mit wiederverwendbaren Raumschiffen?-Wie wird man interplanetare Sonden am besten aus der Erdumlaufbahn schießen?-Welchen Antrieb wird man für die erste bemaimte Marsexpedition wählen?-Ist eine Treibstoffproduktion auf anderen Planeten lohnend oder möglich?Obwohl es noch lange nicht auf alle diese Fragen verbindliche Antworten gibt, ist es doch erstaunlich, wie viele neue Ideen auf die Definition des ersten Raumtransporters folgten. Die genau bestimmte Transportkapazität bei einem Flug in die Erdumlaufbahn und die Elimination einiger inzwischen überholter Antriebskonzepte erlauben es daher, die Leser schon heute über die zukünftigen Trends in der Raumfahrt zu informieren. Der Autor hat sich die Aufgabe gestellt, eine Vorschau über die ersten zehn Einsatzjahre der wiederverwendbaren Raumtransporter zu vermitteln. Darüber hinaus sollen dem Leser die immer gleichbleibenden technischen Grundlagen in moderner Darstellung geboten werden, damit er eine umfassende Kenntnis davon erhält, was in Zukunft möglich oder unmöglich sein wird. In den ersten Kapiteln werden zudem die Gründe für die Wahl des amerikanischen Raketenflugzeug-Konzeptes der ersten Generation dargestellt. Nach einer gründlichen Abhandlung der Flüge in Erdumlaufbahnen werden, darauf aufbauend, in zwei weiteren Teilen konkrete Transportsysteme in den luna-ren Raum einerseits und in den planeta-ren Raum anderseits beschrieben. Auch hier wurde das Thema so allgemein gefaßt, daß die Ausführungen in vielen Jahren noch als Übersicht über die vielfältigen Antriebssysteme dienen können. Im vorliegenden Werk wird der Schwerpunkt nicht auf Nutzanwendungen der Raumfahrt gelegt. Es wird jedoch im Auge behalten, welche Antriebstechnologien später wieder den Weg herunterauf die Erde finden werden. Man denke hierbei etwa an die Anwendungsmöglichkeiten des in der Raumfahrt schon längst gebräuchlichen flüssigen Wasserstoffs. Dort hat er die nur beschränkt vorhandenen Kohlenwasserstoffe bereits weitgehend ersetzt. So ist es denkbar, daß Luft-und Raumfahrt eines Tages diesen gleichen Treibstoff benützen werden. Da Wasserstoff unter Einsatz von nuklearer Energie über beliebige Zeiträume gewonnen werden kann, scheint also wenigstens die Erforschung des Alls nicht so schnell an Treibstoffmangel zu scheitern. Da ohnehin nur wenige Menschen an Raumflügen teilnehmen werden, fehlt dieser Industrie die für konventionelle Transportmittel so fatale Breitenentwicklung, die mit ihrer kollektiven Verschwendung zum bekannten Raubbau an den Rohstoffvorräten geführt hat. Eine Besonderheit dieses Werkes; An verschiedenen Stellen werden Hinweise auf mathematische Formeln gemacht, die im Anhang des Buches zu finden sind. Der fachkundige Leser erhält dadurch die Möglichkeit, sein Wissen zu vertiefen und quantitative Zusammenhänge selber zu kontrollieren. Eine allfällige Initiative zum Nachrechnen soll unterstützt werden. Die Formeln können jedoch ohne Nachteil für das allgemeine Veständnis ignoriert werden. Schließlich noch ein wertvoller Hinweis: Bruno Staneks Bildatlas des Sonnensystems - 1974 ebenfalls im Hallwag Verlag erschienen - wird dem Leser das nötige Grundlagenwissen über die Planeten vermitteln.