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GESCHICHTLICHESNach den Ursprüngen von Siena mufi man im Reich der Sage suchen. Manche glauben an die Überlieferung, dafi die Stadt von den Galliern (Galli Senones) gegründet worden sei, andere wieder tippen auf römischen Ursprung (Sena Júlia). Unter dieser letzteren Bezeichnung war es bestimmt eine römische Kolonie, und noch heute kann mann an den Stra/ienecken und auf den Piátzen die römische Wölfin mit den Zwillingsbrüdern erblicken. Zu wahrer Blüte gelangte Siena jedenfalls im Mittelalter, und diese Zeit hat ihm auch ihren architektonischen Stem-pel aufgedrückt: da sind die Stadtmauern mit ihren Torén, die engen, gewundenen Gassen, die unregelmá/iig über-einander angeordneten Háuser - alles Zeugnisse aus der Zeit der Feudalherrschaft.In der Zeit der Völkerwanderungen kam die Stadt zuerst unter die Herrschaft der Langobarden und dann der Frankén; um die Mitte des 11. Jahr. ergriffen die Bischöfe und Grafen die Macht. Aber um die Mitte des 12. Jahrh. wurden auch diese von den Konsuln gestürzt, die anstelle der klerikalen eine weltliche Regierung bildeten. Damals er-reichte Siena den Höhepunkt seiner politischen Macht und auch seiner gebietsmajiigen Ausdehnung, in erster Linie freilich als Folge seiner wirtschaftlichen Blüte. Ebenso waren es mehr wirtschaftliche als politische Grundé, die zum Streit mit der zweiten grófién Stadt der To-skana führten, námlich dem welfischen Florenz. Siena wurde dadurch zu seiner Rivalin, dafi es den verfolgten Florentiner Waiblingern Asyl gewáhrte. 1260 erreichte dieser Streit seinen Höhepunkt: in Montaperti errangen die Seneser unter der Führung von Pro-venzano Salvani und Farinata degli Uberti in einer überaus blutigen Schlacht einen glánzenden Sieg. Das brachte der Stadt freilich nicht nur Ruhm, sondern auch Einflu/i und Reichtum ein. Zudem kam es zu einer Umschichtung im Inneren: an die Stelle der Konsuln traten ein Amtsbürgermeister und ein Volkshauptmann (1252). Aber schon bald nach der Schlacht von Montaperti begann der Niedergang. Die Acht, die der Papst über die Weib-linger Stadt verhángte, in Verbindung mit anderen politischen und wirtschaftlichen Geschehnissen, bewogen die reichen Seneser Kaufleute zum Ubertritt zu den Welfen, der ihnen Gewlnn und Wohlstand sicherte. In der selben Zeit starb auch König Manfredi, der den Waiblingern in der Schlacht von Montaperti zu Hilfe geeilt war. Ali das löste 1269 die Reaktion der Toskaner Welfen unter Florentiner Führung aus, und Siena wurde endgültig besiegt. Mit dem Untergang des Waiblingertums wurde auch die Stadt welfisch.Unter dem Rat der Neun, der 1287 eingesetzt wurde und