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Erstes Buch
ES muß ein Donnerstagabend gewesen sein, als ich ihr zum erstenmal in jenem Tanzpalast begegnete. Ich ging am Morgen nach ein paar Stunden Schlaf zur Arbeit und sah aus wie ein Nachtwandler. Der Tag verging wie im Traum. Nach dem Abendessen schlief ich auf der Couch ein und erwachte, noch immer in meinen Kleidern, gegen sechs am nächsten Morgen. Ich fühlte mich erstaunlich ausgeruht, unbeschwerten Gemüts und einzig und allein von dem Gedanken besessen, daß ich sie um jeden Preis haben mußte. Als ich durch den Park ging, beschäftigte mich die Überlegung, was für Blumen ich ihr mit dem Buch, das ich ihr versprochen hatte (Sherwood Andersons >Winesburg, Ohio<), schenken sollte. Ich näherte mich dem dreiunddreißigsten Lebensjahr, dem Alter, in dem Christus gekreuzigt wurde. Ein ganz neues Leben lag vor mir, wenn ich nur den Mut hatte, alles zu riskieren. Aber es gab nichts zu riskieren: Ich befand mich auf der untersten Sprosse der Leiter, ein Versager in jedem Sinne des Wortes.
Es war damals ein Samstagmorgen, und für mich ist Samstag immer der beste Tag der Woche gewesen. Ich werde lebendig, wenn andere vor Müdigkeit einschlafen. Meine Woche beginnt mit dem jüdischen Ruhetag. Daß dies die große Woche meines Lebens sein würde, die sieben lange Jahre währte, ahnte ich natürlich nicht. Ich hatte nur das Gefühl, daß ein vielversprechender und ereignisreicher Tag vor mir lag. Den schicksalhaften Schritt zu tun und alles zum Teufel gehen zu lassen, hat an sich schon etwas Befreiendes: Über mögliche Folgen habe ich mir nie den Kopf zerbrochen. Sich bedingungslos der Frau auszuliefern, die man liebt, heißt alle Fesseln abzustreifen außer dem
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