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Schule und Spielbuch Für die Blockflöte in C [antikvár]

Rudolf Schäfer

 
Vorbemerkung Diese Schule ist zunächst tur die kleine Sopranflöte in c" abgefaßt. Da aber Fingersatz und Blastechnik auf den Flöten aller Größen im Grundsatz gleich sind, so läßt sie sich auch für andere Instrumente dieser Gattung, zum Beispiel für die Tenorflöte in c' und auch für die Sopranflöte in a' benützen. Man behandelt die a-Flöte ebenso wie eine in c und liest alle Übungsstücke in Griffschrift, das heißt man nimmt das eingestrichene c der Notierung als tiefsten Ton der Flöte, unbekümmert darum, daß dieser in...
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Vorbemerkung Diese Schule ist zunächst tur die kleine Sopranflöte in c" abgefaßt. Da aber Fingersatz und Blastechnik auf den Flöten aller Größen im Grundsatz gleich sind, so läßt sie sich auch für andere Instrumente dieser Gattung, zum Beispiel für die Tenorflöte in c' und auch für die Sopranflöte in a' benützen. Man behandelt die a-Flöte ebenso wie eine in c und liest alle Übungsstücke in Griffschrift, das heißt man nimmt das eingestrichene c der Notierung als tiefsten Ton der Flöte, unbekümmert darum, daß dieser in Wirklichkeit dann als a' erklingt. Die etwas schwierigeren Liedsätze und Spielstücke in dieser Schule klingen sogar auf Sopran-a'- noch schöner als auf Sopran-c"-Flötenl Der Aufbau dieser Flötenschule ist im einzelnen durchaus von dem Lehrziel einer sauberen Beherrschimg der Spieltechnik bestimmt. Dagegen konnte die Einführung in die musikalische Elementarlehre (Takt, Rhythmus, Intervalle, Bau der Tonleiter usw.), wie sie jugendliche Anfänger noch brauchen, nicht ebenso systematisch aufgebaut und mitgegeben werden, schon aus Raummangel. In diesem Punkt muß der erfahrene Lehrer die Schule durch seinen Unterricht ergänzen. Doch wird ihm die Einführung von Kindern ins Flötenspiel wiederum durch den besonderen Einleitungsteil (S. 5 ff.) erleichtert. Aus der Geschichte der Blockflöte Die Blockflöte, zum Unterschied von der Querflöte auch „Längsflöte" genannt, ist eines der einfachsten und ältesten Blasinstrumente. Die Weidenpfeifen, wie sie sich jeder Junge selbst schnitzen kann, gehören zum Typus der Blockflöte. Im Mittelalter war sie in kleineren Formen und auch mit weniger Löchern das Instrument zum „Aufpfeifen" für den Tanz. Eine bedeutendere Rolle begann sie zu spielen, als sich im 15. und 16. Jahrhundert mit dem Aufblühen der Städte in den wohlhabenderen Bürgerhäusern eine künstlerisch verfeinerte Hausmusikpflege entwickelte: Zur gesungenen Liedweise fügte man mehrere Gegenstimmen, für deren instrumentale Ausführung die Blockflöte sich am besten eignete, weil ihr Klang sich mit dem der menschlichen Stimme besonders gut mischt. Bald baute man die Flöten auch in verschiedenen Größen (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baßflöten) und stellte ganze „Chöre" zu drei, vier und noch mehr Stimmen zusammen, entsprechend unserem gemischten Chor oder dem Streichtrio oder Streichquartett. Gemeinsam mit der Familie der Violen oder Gamben (Vorläufer der Geigen und Celli) musizierte man im Flötenchor kunstvollere, rein instrumentale Tanzsätze, die später, etwa seit 1600, in ganzen Reihen, sogenannten „Partien" (Partiten) oder „Suiten", zusammengestellt wurden. Nach dem Dreißigjährigen Kriege, besonders zur Zeit Bachs und Händeis (Zelt des sogenannten Hochbarocks zwischen 1700 und 1750) aber kamen die Blockflötenchöre wieder außer Gebrauch, man interessierte sich nur noch für die Altflöte als Soloinstrument. Für diese entstand eine bedeutende Literatur an Solo-, Duo- und auch Triosonaten, großenteils mit Generalbaß, das heißt an einem Tasteninstrument nach gegebener Baßstimme frei mit Akkorden ausgefüllte Begleitung. Werke Händeis und besonders Telemanns stellen die Höhe dieser Entwicklung dar. Gleichzeitig oder kurz vorher erlebte die Blockflötenkunst auch in Frankreich und England eine hohe Blüte. In Notenausgaben jener Zeit begegnet uns die Blockflöte meist unter dem Namen Schnabelflöte (flute ä bec) oder flute douce (flauto dolce *= die süß klingende Flöte) i in England hieß sie „recorder" (wahrscheinlich = der „Zwitscherer"). Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts aber kam auch die Altflöte bald aus dem Gebrauch. Neue Klangideale waren aufgekommen. Man suchte einen dynamisch (in der Lautstärke) vielfach veränderlichen Ton als rechtes Ausdrucksmittel neuer, mehr empfindsam bewegter Gefühlsinhalte. Das klassische, durch die Mannheimer Schule (J. Stamitz) vorbereitete Orchester verzichtete ganz auf die Blockflöte, weil ihre Schwellfähigkeit sehr gering ist. Haydn und Mozart haben auch im Rahmen der Kammermusik nichts mehr für Blockflöte geschrieben. Uber anderthalb Jahrhunderte blieb sie nun, wenigstens für die höhere Musikpflege, vergessen. Nur abseits, zum Beispiel in den Alpenländern, erhielt sie sich noch als Volksinstrument; ferner in Liebhaberkreisen in England, von denen dann auch die Anregung zur Wiederaufnahme der Flöte in weiteren Kreisen ausging. Mit dem verstärkten Einsetzen musikhistorischer Forschung nach dem ersten Weltkrieg griff man wieder zu den alten Instrumenten, die unentbehrlich sind, wenn man alte Musik in ihrem originalen Klang lebendig machen will. Gleichzeitig entdeckte man die ausgezeichnete Eignung der Blockflöte für ernste musikerzieherische Arbeit. Man hatte ja vor ihrer Neuentdeckung kein einziges, etwas leichter zu erlernendes ausgesprochenes Melodieinstrument. Heute werden Blockflöten von einer großen Zahl tüchtiger Instrumentenbauer wieder in hoher Güte hergestellt. Doch unterscheiden sich die neuen Flöten in einigen Griffen von den alten. Man redet von .neudeutscher* Griff-weise gegenüber der historischen .barocken* (mitunter auch .englisch* genannten) Griffweise. Die erste bringt eine Vereinfachung beim Spiel in der Grund- und nächstverwandten Tonart (C- und F-dur) mit sich, die besonders für den Kinderunterricht willkommen ist, beschränkt aber später zum Teil die Möglichkeit für die Ausführung schwieriger Figuren an bestimmten Stellen. Weil die neudeutsche GriHweise heute für die Sopranflöte weitaus überwiegend sich eingebürgert hat, ist auch die vorliegende Schule auf sie eingestellt. Das Umlernen von dieser neudeutschen auf die barocke GriHweise ist übrigens gar nicht schwer. Man kann diese Schule ebenso für die Barockflöte verwenden, wenn man rechtzeitig die Griffanweisung (S. 89 ) für die wenigen in Frage kommenden Töne beachtet.

Termékadatok

Cím: Schule und Spielbuch Für die Blockflöte in C [antikvár]
Szerző: Rudolf Schäfer
Kiadó: Musikverlag Doblinger
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 260 mm x 170 mm
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