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ERSTER TEIL
William Tweedle beginnt
ERSTES KAPITEL
Es ist merkwürdig, daB gerade ich vor die Notwen-digkeit gestellt werde, eine Liebesgeschichte zu schrei-ben, denn offen gestanden habé ich von der Liebe keine allzu hohe Meinung. Nichts als Unheil richtet sie an. Ich blicke auf die sechzig bunten Jahre meines Lebens zurück und betrachte meine Freunde. Was hat dieses wilde und hitzige Gefühl aus ihnen gemacht? Sind sie dadurch weiser geworden? Hat es ihnen zu Wahrheit, Klarheit und Mut verholfen? Diese Fragen kann ich durchaus nicht mit Ja beantworten. Ich sehe vielmehr, wie die Tapferen, die Wahrhaftigen und Edlen unter ihrem EinfluB Lügner, Betrüger und Feiglinge werden, wie ihnen sogar das Denkvermögen, der ganze gesundeMen-schenverstand verlorengeht. Ein jammervoller Anblick.
Nicht daB ich den Fali von Priscilla und Crab Wil-ling leichtfértig abtun wollte. Es war schon etwas Be-deutsames mit ihnen am Werk, etwas so rücksichtslos Starkes, daB wir alle davor nichtig wurden. Mag man es auch karmische Anziehung nennen, verheerende Lei-denschaft oder wie immer man will, das widerlegt meine Behauptung keineswegs, im Gegenteil.
De facto waren Priscilla und Crab und auch Simon ehrenwerte, anstándige Leute, und wegen dieses ,Liebe' genannten Etwas habén sie sich alle fürchterlich schlecht benommen und schlieBlich sich und allén Be-teiligten unendlich viel Leid zugefügt.
Dichter und Sánger sind mir unbegreiflich, und ich werde rasend, wenn ich den vielen sentimentalen Un-