Bővebb ismertető
Vorwort
So sehr wir von der Unersetzbarkeit des Schlafes überzeugt sind, so
entzieht sich dieser Schlaf im Einzelleben der Verfügungsgewalt des
Menschen — er läßt sich höchstens indirekt fördern oder direkt hin-
dern — ja er entzieht sich wie das Leben selbst weitgehend auch der
Erforschung von Wesen und Ursprung. Der Schlaf wird wie jede an-
geborene Verhaltensweise, wie jeder Instinkt um seiner selbst willen
angestrebt und nicht, um einen Zweck zu erreichen (Ploog, 1967).
Immerhin sind jetzt einige Aspekte dieses Lebensgeschehens der Ob-
jektivierung zugänglicher geworden. Entscheidende Erkenntnisse sind
in den letzten 10 bis 12 Jahren vor allem auf neurophysiologischem
und biochemischem Gebiet gewonnen worden. Von hier aus wird ver-
sucht, den Bogen zu tiefenpsychologischen Erfahrungen zu schlagen
und sie damit in Einklang zu bringen.
Um so dringlicher erhebt sich die Frage, wie sich unter dem Eindruck
dieses neuen wissenschaftlichen Erfahrungsgutes Schlafstörungen aus-
nehmen und welche Ansatzpunkte sich für eine rechte Betrachtungs-
und Behandlungsweise ergeben. Das gilt nicht nur für die in den Vor-
dergrund des Interesses gerückten funktionellen Schlafstörungen, son-
dern auch für die sich davon abhebenden organisch begründeten und
im Zusammenhang mit endogenen Psychosen, insbesondere Depres-
sionen auftretenden Hyposomnien. Der Kreis der an dem Gebiet Inter-
essierten geht weit über den von Ärzten, Psychiatern, Psychothera-
peuten und Physiologen hinaus.
Unter diesen Umständen ist es an der Zeit, sich über den derzeitigen
Stand der Erfahrungen bei Schlafstörungen, ihren Ursachen und ihrer
Behandlung in einer knappen Übersicht zu informieren. Diesem Ziel
soll das Taschenbuch dienen.
Tübingen, Herbst 1969
J. Finke
W. Schulte