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Prolog15. Juni 2007, 22 Uhr 58: Die Nacht war warm. Rechtsanwalt Jonas Faicking stand neben seinem silbernen Porsche. Grillen zirpten, eine Katze huschte vorbei, löste einen Bewegungsmelder aus, die Lampe über der Tür des Hauses schaltete sich ein. Im Erdgeschoss hatte das Haus grüne Fensterläden mit ausgeschnittenen Herzen in der Mitte. Im ersten Stock konnte man im Gegenlicht der Lampe undeutlich einen geschnitzten Holzbalkon erkennen. Bayerischer Landhausstil. Eine Ziertanne stand blau auf dem nächtlichen Rasen. Faicking hatte die Hände in die Hosentaschen seines Armani-Anzugs gesteckt. Der Anwalt wartete darauf, dass der Bewohner des Hauses herauskam. Von der Lampe über der Tür fiel Licht auf das Wagendach. Dort hatte die nächtliche Kühle Tau niedergeschlagen. Faicking zog eine Hand aus der Hosentasche und malte mit dem Zeigefinger eine Zwei und dahinter fünf Nullen in den feuchten Fleck. Er betrachtete die Zahl und sog die Abendluft ein. Sie roch nach gemähtem Gras. Faicking hörte Schritte im Haus und wischte die Zahl vom Wagendach.Der Mann war Mitte fünfzig, einen Meter neunzig groß und wog einhundertdreißig Kilo. Die Sporttasche sah in seiner fleischigen Hand aus wie ein Damenhand-täschchen. In der anderen Hand hielt er eine Fernbedienung. Auf einen Knopfdruck hin rollte das Garagentor nach oben. Der Mann bedeutete Faicking, ihm zu folgen. Als sie in der Garage waren, ertönte ein Summen. Das Garagentor schloss sich wieder. Muss net jeder zuschauen, sagte der Dicke. Glaubst, da ist noch jemand wach?