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Der Beginn der griechischen Lyrik
Die Worte der Dichter sind wie Sterne -sie gehen nicht unter.
Die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. war von besonderer Bedeutung für Europa. Die frühen Zivilisationen des Orients brachen zusammen. Neue Kräfte drängten ans Licht. Der kulturelle Schwerpunkt verlagerte sich nach Westen, nach Griechenland und nach Kleinasien. Das jugendfrische Denken griechischer Philosophen eroberte die antike Welt.
Vor zweieinhalb Jahrtausenden stieg Sappho wie ein Phönix aus dem Dunkel der Jahrhunderte empor. Mit ihr begann das Wunder eines neuen Zeitalters:
D. 94
Untergegangen ist der Mond versunken sind die Plejaden Mitternacht
die erste Stunde zerrinnt
ich aber liege noch immer allein
Ihre Worte berühren uns heute noch. Die sublime Zartheit ihrer Verse, gepaart mit leidenschaftlichem Empfinden, aber auch ihr ungewöhnliches, unabhängiges Leben als Frau, Mutter und Erzieherin bringen sie uns so nahe, daß wir beinahe vergessen, daß sie lange vor der Hochblüte der griechischen Klassik gelebt hat, vor den Philosophen Sokrates und Piaton,vor den Tragödiendichtern Sophokles und Euripi-des.i