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LIKEDEELER VON HEUTE
Ferientage am.Ostseestrand!
Strahlende Sonne, ein hoher, klarer Himmel, tiefblaues Meer und weißer, weicher Sand .Wer hat nicht schon ein langes Jahr davon geträumt, sich gesehnt nach Wellenrauschen und schrillem Möwenschrei, nach der Weite des Meeres? Auf der Insel Rügen verbringen zweihunderttausend Menschen im Sommer ihren Urlaub. Es sind meist Arbeiter aus Großstädten und Industriegebieten der Deutschen Demokratischen Republik. Der Feriendienst des FDGB ermöglicht ihnen, was vor wenigen Jahrzehnten noch ein Vorrecht der oberen Zehntausend war.
Doch wissen die vielen Besucher Rügens, wie armselig hier einst das Leben war, da weltlicher und geistlicher Herren Zank und Streit die blühende grüne Insel immer wieder mit Krieg überzog? Wissen sie von dem brennenden Verlangen der Bauern und Fischer, endlich frei von Unterdrückung und Kriegsgefahr zu leben?
Ja, sie wissen davon! Sie sehen in Ralswiek, wie vor mehr als einem halben Jahrtausend die Flammen des Freiheitskampfes auf Rügen loderten, als die Ärmsten der Armen um ihr Recht rangen, als die „Likedeelei" mit Klaus Störtebeker und Goedeke Micheel an der Spitze ihr Recht erzwangen. So hell brannten die Fackeln, daß ihr Feuerschein bis in unsere Tage drang. Jahrhundertelange Junkerherrschaft mit Hörigkeit und Leibeigenschaft, mit Krieg und Hungersnot und namenlosem Elend vermochten nicht, ihn auszulöschen. Immer ging die Kunde von Mund zu Mund: „Störtebeker, dat was'n feinen Kerl. Arm Lüd hett he wat gewen, riek Lüd wat namen."
Anno 1394: Auf dem Jasmunder Bodden tauchen Störtebekers Koggen im Dunkel auf, machen an der Brücke von Ralswiek